Das Prager
Ethnographische Museum
Violeta Kopřivová
Das Prager Ethnographische Mu-seum entstand im Jahre 1896. AlsBasis dienten ihm die Sammlungen,die anläßlich der tschechisch- slawi-schen Ausstellung in Prag zusammen-getragen wurden. Diese Ausstellungfand 1895 statt und präsentierte diebedeutendsten und schönsten Belegeder Volkskultur. Seine Tätigkeit be-gann das Museum im Palais Sylva Ta-roucca in Prag( Na příkopech). Im Jah-re 1903 bekam es ein eigenes Gebäu-de im Lustschloß der Familie Kinsky inPrag 5( Petřinské sady), wo ein Teil derSammlungen bis heute untergebrachtist. 1923 wurde das EthnographischeMuseum dem Nationalmuseum alsSonderabteilung zugeordnet. Zu die-ser Zeit bestand die Sammlung- etwa11.000 Objekte überwiegend ausTextilien, Keramik, Möbeln und Haus-modellen.
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Schon von Beginn an hatte das neueMuseum ein komplexes Sammlungs-und Bildungsprogramm. In den vierzi-ger Jahren wurde der Bestand um dieslawische Sammlung des sog. Náprst-kovo- Museums bereichert. Dadurchwurden wertvolle Gegenstände ausdem Territorium der Tschechoslowa-kei, aber auch Gegenstände andererslawischer Gebiete, vor allem ukraini-scher und russischer Provenienz, ge-wonnen. Nach 1950 kam dann dienicht allzu große, doch künstlerischwertvolle Kollektion des Kunstgewer-bemuseums dazu. Bereichert wurdedas Museum auch durch Ankäufe und
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Sammeltätigkeit im Terrain. Die Erwer-bungen waren auf Ergänzungen in denSammlungsbeständen und Rettungwichtiger Belege der Volkskultur in sol-chen Gebieten gerichtet, deren Ent-wicklung jähen Wandlungen unterwor-fen war,wie z. B. in Schlesien und der
Slowakei.
Zur Zeit befinden sich in den Samm-lungen der ethnographischen Abtei-lung des Historischen Museums amNationalmuseum in Prag etwa 200.000Objekte, die eine wertvolle Quelle zurErforschung der Entwicklung in denspezifischen Formen der Volkskulturnicht nur in der Tschechoslowakei,sondern auf dem gesamten slawi-schen Kulturgebiet und in den böh-misch- deutschen Kontaktgebieten
darstellen.
Die Textilkollektion mit 90.000 Objek-ten, in die auch Accessoires undSchmuck eingeschlossen sind, ist dieumfangreichste Sammlung; umfas-send sind aber auch die Keramik-, Mö-bel-, Werkzeug- und Volkskunst-sammlungen.
Kästchen mit Strohhalmen beklebtBöhmen 1848 Dekormotiv mit einer
Stadtansicht.
Solche Kästchen wurden vor allem fürdie Aufbewahrung von Geld, Schmuck
und anderen Wertsachen verwendet.