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Aus Böhmens Hain und Flur : [Volkskultur aus Böhmen und Mähren. Eine Ausstellung des Nationalmuseums Prag]
Entstehung
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Krieg verursachten Niedergang derTöpfereien kam es zu Beginn des 18.Jahrhunderts zu einem neuen Aufstiegder Produktion, die an der Wende vom18. zum 19. Jahrhundert ihren Höhe-punkt erreichte. Bis zum Ende des 19.Jahrhunderts behielt die Töpferpro-duktion ausschließlich manuellenCharakter. Erst in der jüngeren Zeitwurden einfache Maschinen, fabriks-mäßig hergestellte Farben und Glasu-

ren eingeführt.

Im 18. Jahrhundert kam es zu einerStabilisierung des Sortiments, das bisauf wenige Ausnahmen typisch für dieTöpfereiproduktion blieb. Es handeltsich vorwiegend um flaches Geschirr,Teller, Schüsseln, halbausgehöhltesGeschirr, Backformen und hohles Ge-schirr, Töpfe, Krüge, Becher, weitersum Bau- und Ofenkeramik, auch umPlastiken.

Die Kenntnis der Fayencetechnikbrachte die Schweizer Sekte der Wie-dertäufer in die böhmischen Länder.Sie ließen sich in der Mitte des 16.Jahrhunderts in Mähren nieder, muẞ-ten das Land jedoch wie andere Nicht-katholiken nach dem Jahr 1620 wiederverlassen. Sie zogen in die Westslowa-kei, von wo die Habaner im 18. Jahr-hundert teilweise nach Mähren zu-rückkehrten und dort die Fayencepro-duktion wieder erneuerten. Nach Kut- Hora, Cáslav in Böhmen gelangtedie Fayenceproduktion erst in derzweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts,von einzelnen älteren Versuchen inNordmähren abgesehen. Die Fayen-ceproduktion war komplizierter als dieeinfache Töpferei, da das Produktzweimal gebrannt wurde. Zuerst wur-den zur Verzierung vier Farben des so-genannten hohen Feuers- Blau, Grün,

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Gelb und Mangan vor dem zweitenBrennen direkt auf die Glasur aufgetra-gen. Mit der Zeit verwendete man auchweitere Farben, Kaminrot und leuch-tend Grün, die die Farben des niedri-gen Feuers genannt wurden und noch-mals in Muffelöfen bei niedrigen Tem-peraturen und ohne direkte Feuerein-

wirkung gebrannt wurden.

Im 19. Jahrhundert stieg die Beliebt-heit des Steinzeugs und später auchdes Steinguts. Dies war auf das Bemü-hen, billigere und trotzdem feste, bzw.feuerfeste Keramik herzustellen, zu-rückzuführen, verursachte in der Folgeaber allmählich den Verfall der traditio-nellen Töpferei. Für den Dekor der wei-Ben Keramik übernahm man zwar eini-ge traditionelle Muster, die Kommer-zialisierung erzwang doch auch ab-weichende und geschmacklose De-

kors.

Obwohl die Tradition der Glasherstel-lung in Böhmen bis ins Mittelalterreicht, ist in der Volkskultur Glas erstviel später vertreten, da es zunächstsehr teuer und nur den wohlhabendenSchichten vorbehalten war. Erst im 18.Jahrhundert kamen durch Änderun-gen in der Herstellung manche Pro-dukte in die Städte und aufs Land. Dieschlechtere Qualität und der darausresultierende niedrigere Preis machtenes unter dem Volk jedoch sehr beliebt.Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahr-

Ostereier Mährische Slowakei An-

fang des 20. JahrhundertsDie hohlen Eier sind in Wachsbatik mitPflanzen- und geometrischen Musternverziert. Diese Technik ist typisch fürdie Mährische Slowakei und auch bisheute üblich.