genden stand nahezu bei jedemschneller fließenden Bach eine Säge-mühle.
Während sich die Technik der Holzbe-arbeitung vor allem in der Form derGegenstände zeigte, die relativ ein-heitlich war, zeigten sich in den Verzie-rungstechniken regionale Unterschie-de. Doch oft verlangten Form undFunktion eines Gegenstandes unab-hängig vom Ort, wo er benützt wurde,einen bestimmten Dekor. Die beliebte-ste Technik war wohl der Holzschnitt,vom einfachen gravierten Ornamentüber den flachen Schnitt und die Profi-lierung der Ränder bis zum plastischenRelief. Die Vielfalt der Gegenstände,die auf verschiedenste Art Holz-schnitt, Schnitzen usw. bearbeitetwurde, ist jedenfalls sehr groß. Siereicht von landwirtschaftlichen Gerä-ten, Möbeln, Haushaltsgeräten- But-termodeln, Lebkuchenformen- bis in
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den Bereich volkstümlicher Plastik.
In der Volkskultur Böhmens undMährens wird manchmal die volks-tümliche Plastik fälschlicherweisemit Heiligenfiguren gleichgesetzt.Doch erscheinen sehr oft weltlicheMotive als dekorative Elemente an Ge-brauchsgegenständen, die nicht alsrein bildhauerische Werke gelten kön-nen. Andrerseits bedeutet Plastik nichtnur Arbeiten aus Holz, sondern auchanderen Materialien wie z.B. Ton, Me-
tall, Wachs, Brotteig u.a.
Eine eigenständige Gattung der Pla-stiken bildet das volkstümlicheSpielzeug. Ebenso sind die hölzernenBienenstöcke in Menschen- und Tier-
gestalt eine eigene Kategorie.
Auch die Krippenbauten gehörenzur volkstümlichen Bildhauerei,
stellen sie doch eine Verbindungzwischen weltlichen und kirchlichenFormen dar. Die Holzschnitzer nah-men für die Figuren Menschen aus ih-rer Umgebung zum Vorbild, so findensich darunter nicht nur Bauern undHandwerker, sondern z. B. in der Berg-baugegend um die Stadt Příbram auchBergleute. Auch die Landschaft vonBethlehem wurde durch die heimischeersetzt; manchmal läßt sich die Ört-lichkeit, die dem Schnitzer als Musterdiente, ganz genau feststellen. DieKrippenspiele verbanden so weltliche
Elemente mit der biblischen Vorlage.
Im Vergleich mit weltlichen Darstellun-gen überwiegen in den Sammlungendes Ethnographischen Museums diereligiösen und sakralen Motive. Dies istauf die Kommerzialisierung kleiner Sa-kralplastiken im 18. Jahrhundert zu-rückzuführen. Die Heiligenfiguren undMadonnen wurden bei den Kultstät-ten, auf Kirtagen und Märkten verkauftund durch hausierende Händler ver-breitet. Durch den Einfluß der Kirchewurden die Figuren sehr beliebt undauch bald von geschickten Holz-schnitzern nachgemacht. Von derForm und Funktion her können zweiHauptgruppen unterschieden werden:die Nischenfiguren, die in den Giebel-nischen gemauerter Häuser aufge-stellt wurden und die offensichtlich äl-teren Plastiken der Hausaltäre in denStuben. Besonders entwickelt war dieHerstellung der Marienstatuen, in derRegel nach dem Vorbild der bedeuten-den Marienwallfahrtsorte, so z.B. dieStehende Madonna mit Kind von Pří-bram- Svatá Hora und Vamberg-Schlesien, die Thronende von Maria-kulm, die Stehende ohne Kind von Vra-nov und andere. In vielen Häusern be-fanden sich Kreuze, manchmal auch
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