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Aus Böhmens Hain und Flur : [Volkskultur aus Böhmen und Mähren. Eine Ausstellung des Nationalmuseums Prag]
Entstehung
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Die Trachten der Umgebung vonDoudleby, südlich von České Budějo-vice/ Böhmisch Budweis, haben ihrenarchaischen Charakter bewahrt. DieForm war einfacher und die Farben derStoffe und Stickereien nüchterner. Be-stickt waren Ärmel und Schultern derFrauenhemden sowie die Kopftücher.Deren Farbe war weiß, die Motive ein-fach und geometrisch. Beliebt warenRöcke aus Scherk, einfärbig oder mitschmalen farbigen Streifen. Leibchen,Jacke und Haube hatten ein ähnlichesAussehen wie die Frauentrachten an-derer Teile Südböhmens. Die altertüm-lichen Mäntel, die die Frauen noch zuEnde des 18. Jahrhunderts trugen,verschwanden bald.

Im nördlichen und östlichen Böhmenwar die Volkstracht niemals so prunk-voll wie in Süd- und Westböhmen. Daes sich hier um Gebiete handelt, woschon seit dem Dreißigjährigen KriegLeinwand in Manufakturen für denMarkt erzeugt wurde, waren auch dieBestandteile der Kleidung schlichterund den fabriksmäßig hergestelltenMaterialien angepaßt. Für das nord-östliche Böhmen war vor allem derLeibrock aus Kanavas, Mesolan oderaus Leinen mit Blaudruck charakteri-stisch. Im Vorland des Riesengebirgesnannte man dieses KleidungsstückKontusch. Dazu trugen die Frauen Me-solanjacken mit gefältelten Schöẞ-chen und weiße Hauben, meist mit ar-beitsaufwendiger Knotentechnik undüppigen Spitzen geschmückt. In derUmgebung von Turnov gab es auchKarmasintücher mit Stickereien ausroter Seide, stellenweise auch bestick-te Kränzchen. Diese schmückten denKopf der ledigen Mädchen. Am Hoch-zeitstag wurden diese von den Nach-barinnen unter die Haube gesteckt, mit

der sie als verheiratete Frauen dannausschließlich erscheinen durften.

Ein wichtiges Rohmaterial für dieLandbevölkerung war das Holz, unddie Fertigkeit der Bearbeitung ge-hörte auch zur Voraussetzung er-folgreichen Wirtschaftens im Dorf.Werkzeug für die Arbeiten im Wald undnachfolgende Holzverarbeitung gabes in jedem Anwesen. Holz war daswichtigste Baumaterial, einfachereMöbelstücke wurden von den Bauernsogar selbst hergestellt. Auch dasWerkzeug selbst und zahlreiche Gerä-te waren aus Holz, wie auch mancheBestandteile, da z.B. hölzerne Eggenoder Zähne der Rechen billiger als sol-che aus Eisen waren. Üblich warenkleinere Gegenstände, wie Spielzeug,ausgehöhlte Gefäße, Kochlöffel,Dachschindeln und auch Werkzeuge,

die selbstgemacht wurden.

Das gewachsene Holz benützten dieMenschen auch in seiner natürlichenForm für Pflugwellen, Hocker u.a. Zuden einfacheren Techniken der Holz-verarbeitung gehörte das Ausstem-men, wodurch vor allem einfache Ge-fäße, von kleinen Schüsseln bis zu gro-Ben Vorratsgefäßen und Löffel undKellen gefertigt wurden. Eine andereTechnik war das Zimmern und Kliebenkomplizierter Produkte. Mit dieser Fer-tigkeit stellte man Platten und Bretterfür anspruchsvollere Faßbinder- undWagnerarbeiten her. Aus geklobenemHolz erzeugte man runde und ovaleWassergefäße, Melkkübel, Maße fürGetreide, Butten für die Weinlese, Fäs-ser usw. Die einfachen walachischenTruhen wurden durch Klieben herge-stellt. Erweitert wurde die Arbeit mitHolz durch die Verbreitung der Gatter-sägen. Vor allem in waldreichen Ge-

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