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Aus Böhmens Hain und Flur : [Volkskultur aus Böhmen und Mähren. Eine Ausstellung des Nationalmuseums Prag]
Entstehung
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Meist wurden einfachere Technikenwie Schnitzen, Kerbschnitzen undDrechseln angewandt, manchmal

auch anspruchsvollere wie z.B. Intar-sien in Mittelböhmen. Für die volks-tümlichen Möbel zu Ende des 18. undIvor allem im 19. Jahrhundert war dieBemalung ähnlich wie in anderen Län-dern Mitteleuropas typisch. Vom ein-fachen Anstrich mit Leimfarben gingman zu komplizierteren Farbkomposi-tionen über. Bemalte Möbel warenleicht herzustellen. Die dekorativen,frischen Farben steigerten deren Be-liebtheit, sodaß zu Beginn des 19.Jahrhunderts in manchen Gegendenalle Teile des Interieurs verziert wur-den. Gerade in der Bemalung zeigtensich die regionalen Unterschiede, so-daß aufgrund der Technik, der Orna-mente, der Farben und anderer Krite-rien ziemlich genau der Herstellungs-ort der bemalten Möbel bestimmt wer-den kann auf welchen Umwegen sieauch immer in die Sammlungen ge-langten.

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Für Westböhmen charakteristisch istdie dunkelgrüne Farbe des Unter-grunds, manchmal auch die gelbe, undein häufig wiederkehrendes Motiv wa-ren Vögel auf grünen Zweigen. In Süd-böhmen, vor allem in Doudleby, über-wogen geometrische Motive, umge-ben von gurtförmigen Rahmen undgroßen Blumen, Tulpen, Rosen u.a. InNordostböhmen wurde die Fläche umdie mit Figuren und Pflanzenmotivenbemalten Vierecke mit gelben, brau-nen, manchmal blauen Farben mar-moriert. In Südmähren verzierte mandie Möbel mit dem charakteristischenTulpenmuster und roten und blauenBlümchen auf braunem Untergrund.Natürlich gab es eine Vielzahl von Va-

rianten.

Modeeinflüsse und regionale Viel-falt äußerten sich am deutlichsten inder Kleidung. Gerade in diesem Be-reich lassen sich die einzelnen Regio-nen besonders klar erkennen. In vielentschechischen und mährischen ethno-graphischen Gebieten waren beson-ders im 19. Jahrhundert die Trachtendas hervorstechendste Element derVolkskulturen. Die Tracht als Festklei-dung war nur ein Teil der ländlichenKleidung, neben der Sonntags-kleidung gab es noch die Alltags- oderArbeitskleidung. Zu familiären unddörflichen Festen trug man festlicheKleidung mit zeremoniellem Charak-ter. Die Arbeitskleidung unterschiedsich in ihrem Aussehen von der festli-chen und bestand zum Teil aus älte-ren, abgetragenen Stücken. Seit derRenaissance existieren jedoch beideTypen differenziert nebeneinander.Die festliche Kleidung war prunkvoll.Auf den äußeren Anblick wurde ausRepräsentationsgründen viel Wert ge-legt. Deshalb zeigten sich an ihr auchbald modische Einflüsse, von denenmanche akzeptiert und dann für einenlangen Zeitraum Bestandteil der tradi-tionellen Volkskultur wurden. VieleMotive der Renaissance, des Barocksund Rokokos wurden so übernom-

Kasten Fichtenholz bemalt( zerleg-bar) Isertal, Riesengebirge datiert

1804

Der Kasten wurde in einer der Werk-stätten am Flußlauf der Iser hergestellt,die mit ihrer Produktion das Gebiet desRiesengebirges bis Schlesien versorg-ten. Der Typus mit dem blauen Fondund weißer Marmorierung war Endedes 18. bis in die erste Hälfte des 19.Jahrhunderts sehr beliebt.

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