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Aus Böhmens Hain und Flur : [Volkskultur aus Böhmen und Mähren. Eine Ausstellung des Nationalmuseums Prag]
Entstehung
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Verbreitung der gemauerten Häuserspielten sie in der Volksarchitekturnicht die Hauptrolle. Die blieb bis zumEnde des 19. Jahrhunderts dem ge-

zimmerten Haus vorbehalten.

Nach dem Vorbild der Bautechnik inder Donauebene errichtete man in Mit-tel- und Südmähren Lehmhäuser, oftmit einem Obergeschoß und einemkleinen Vorbau vor dem Haustor, einerArt vorgebautem Portal. Diese Häuserwaren mit Schauben gedeckt und mitweißer oder blauer Farbe getüncht. DieFensterumrahmungen zierten bunteBemalungen von Blumen und Früch-ten. Diese Verzierung an gemauertenHäusern ist heute noch in Südmähren

üblich.

Auch der Innenraum der Häuserentsprach den unmittelbaren loka-len Bedingungen, in erster Linie denwirtschaftlichen und sozialen. Ermußte der jeweiligen Produktionswei-se geeigneten Raum bieten und siegleichzeitig repräsentieren. Etwa biszur Mitte des 20. Jahrhunderts gab esin Böhmen und Mähren drei grundle-gende Grundrißtypen für das Wohn-haus: das Zweiraumhaus und denDreiraumtyp mit Stall bzw. Kammer.Die weiteren Objekte des Anwesens

schlossen an das Wohnhaus an.

Die Entwicklung des ländlichen Innen-raums verlief in direkter Abhängigkeitzur Entwicklung der Feuerstätte. Dieursprüngliche Form, die heute noch ineinigen Sennhütten in der Walachei er-halten ist, war die offene Feuerstelle.Später wurde darüber ein Lehmofengesetzt, der zur Stube hin offen war,durch die der Rauch entwich. Erst spä-ter drehte man die offene Seite zumVorhaus hin. Im rückwärtigen Teil bau-

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te man eine Zwischenwand, wodurchdie sog. schwarze Küche entstand.Dadurch wurde die Stube frei vonRauch und Ruẞ, heller, was sich auchin der Bezeichnung světnice= helleStube widerspiegelte. Dies ermöglich-te eine Ausstattung der Stube mitprächtiger verzierten Möbeln, Textilien

USW.

Die volkstümlichen Möbel durchlie-fen eine lange und komplizierte Ent-wicklung, die Elemente zeitgemä-Ben bürgerlichen Wohnens ebensoaufnahm wie bodenständige Tradi-tionen. Die Bauern fertigten einfacheMöbelstücke selber an, das übrigeMobiliar wurde gekauft. Zur ursprüng-lichen Ausstattung der Stube gehörtenein Tisch, eine Bank, eine Truhe undein Geschirrbrett sowie Betten, seitdem Ende des 18. Jahrhunderts auchein Kasten und Stühle. Weiters befan-den sich darin oft auch eine Wiege, einSpinnrad, manchmal eine Uhr, einSchüsselbrett und ein Löffelkorb. Inder Zimmerecke über der Bank hingenHeiligenbilder, ein kleiner Hausaltaroder eine Heiligenfigur oder Madonna,ein Weihwasserbecken u.a. Währenddie modischen Einflüsse der höherenGesellschaftsschichten eher die Formder Möbel beeinflußten, zeigten dieDekorationstechniken klar die regio-

nalen Unterschiede.

Kasten Fichtenholz bemalt Gegendum Doudleby um 1850Die Verzierung des Kastens ist vomEmpirestil beeinflußt, wie er dem da-mals gängigen Geschmack entspricht.Typisch sind die Kontrastfarben unddas geometrisch komponierte, abstra-

hierte Blumenornament.