für das Sammelunternehmen„ Das Volkslied in Österreich" er-weisen. Maßgebende Arbeiten auf diesem Gebiet erschienen indiesen Jahren von Wlodimierz Szuchiewicz für dieHuzulen( 1902) und für die Rumänen in der Bukowina( 1905)von Matthias Friedwagner.
Da konnte die von Michael Haberlandt und WilhelmHein inaugurierte museale Sammelarbeit also durchaus aufInteresse rechnen, und die Sammelreisen der Museumsgründerregten tatsächlich zahlreiche heimische Forscher an, an dieserGründung in Wien mitzuwirken. Mit ihren Erwerbungen, die allevolkskundlichen Gebiete von der reinen Ergologie über dieTrachtenkunde bis zur Volkskunst umfaßten, kamen denn auchBestände der religiösen Volkskultur in das Museum. Sie wurden,dem damaligen Forschungsstand entsprechend, im wesentlichen alsZeugnisse der bildenden Volkskunst in den einzelnen Werkstoffen,in Holz also wie in Ton, in Glas und in Metall gewertet und vonMichael Haberlandt bei seinem ersten großen Überblick, derBild- Publikation„ Österreichische Volkskunst"( 1911) dargeboten.Auch der weitere Ausgriff vor und während des ersten Welt-krieges, der vor allem durch Arthur Haberlandt ostkirchli-ches Volkskunstgut aus den Balkanländern erbrachte, wurde nochin der gleichen Art beurteilt. Auch Arthur Haberlandts Bildpubli-kation„ Volkskunst der Balkanländer"( 1919) reihte etwa die holz-geschnitzten Proskura- Stempel bei den Volkskunstobjekten ausHolz ein. Mit den Balkan- Erwerbungen dieser Epoche war übri-gens im wesentlichen der sammlerische Ausgriff in diese Gebieteabgeschlossen. Nur Widmungen von einzelnen Sammlern und ge-legentliche Zufalls- Ankäufe vermehrten die Bestände noch. DieAufgaben des Museums hatten sich zu wandeln begonnen, mitder allmählichen Neuorientierung auf das heutige Österreich undseine wesentlichste Umwelt.
Aber das Gewicht der nun einmal geschaffenen Ost- Abteilungblieb doch auch bestehen, wenn ihre Objekte nicht gezeigt werdenkonnten, wie dies nach 1945 der Fall war. Es konnte im Gegensatzzu früher für sie zunächst einmal dadurch gesorgt werden, daßein eigener Beamter, mit Sprachen und Volkskulturen des euro-päischen Ostens vertraut, sich an die interne Aufarbeitung derBestände machte. Kustos Dr. Adolf Mais hat neben allen anderenAmtsgeschäften diese Obsorge stets im Auge behalten, seine Auf-gabe der allmählichen Schaffung eines vollständig durchgearbeite-ten Depots der Ostabteilung wird in einigen Jahren gelöst sein.Bis dahin sollen aber aus seinen Vorarbeiten immer wieder ge-wisse Teile gezeigt werden, die das Interesse sowohl der Fach-
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