UV- Licht künstlich herstellen und damitden faszinierenden Effekt der Fluoreszenzerreichen. Uranglas enthält maximal 2%Uranoxid und es fluoresziert wegen derStruktur der Elektronen in der Glasmatrix.Die davon ausgehende Faszination machteUrangläser zu beliebten Sammelobjekten.
Die ausgestellten Gläser stammenaus einer Schenkung von Franz Dworzakaus Wien an das Volkskundemuseum. Erwar seit den 1970er Jahren als Nachrich-tentechniker im Österreichischen For-schungszentrum Seibersdorf tätig. Der Wegzur Wiener Geschäftsstelle führte an einemAntiquitätengeschäft vorbei, in dessenAuslage ein kleiner, im Sonnenlicht herrlichgelbgrün leuchtender Glasbecher stand. InGesprächen mit Kollegen wurde rasch klar,dass es sich um Uranglas handelte. Mit demAnkauf des ersten Glasobjektes legte FranzDworzak den Grundstein für seine Samm-lung, von der er sich im Jahre 2018 trennte.
Ein kleiner Teil der Sammlung um-fasst in hölzerne Formen geblasene Gläsersowie Repräsentations- und Dekorationsob-jekte, deren Dekore durch Hand geätzt odergeschliffen wurden. Diese waren im 19. Jahr-hundert und dann wieder in der Zwischen-kriegszeit sehr beliebt. Der größere Teilenthält unterschiedliche Gefäße aus Press-glas. Bei dieser Technik wurde zähflüssigeMasse in einem industriellen Verfahren mithohem Druck in eine Metallform gepresst.Dabei übertrug sich das Negativ der Formals positiv auf die Oberfläche des Glases.Die Herstellung von Pressglas förderte dieVerbreitung von Uranglas in der 2. Hälfte des
19. Jahrhunderts. Zeugnis geben einfacheGebrauchsgegenstände wie eine Butterdo-se, ein Tintenfass und ein Apothekengefäß.
Im 2. Weltkrieg forschte man zurUranspaltung und begann 1942 Uran zurHerstellung von Kernbrennstoffen undKernwaffen zu nutzen. Nach dem Kriegwurde die Produktion von Uranglas wiederaufgenommen. In den letzten Jahrzehntenist sie aufgrund von gesundheitsrecht-lichen Auflagen stark zurückgegangen.Vereinzelt wird Uran heute noch zum Fär-ben von Ziergegenständen und Schmuck-steinen verwendet. Urangläser mit ihrerfaszinierenden Farbigkeit und dem Effektder Fluoreszenz haben sich in privatenund musealen Sammlungen erhalten.