Fehlstellen am Rand einiger Deckel erklärt.Zur Feststellung und Rettung kunsthisto-risch wertvoller Gegenstände wurde eineKommission unter der Leitung des Haupt-manns und Kunsthistorikers Karl AlfredWalcher Ritter von Molthein gebildet. Ertraf seine Entscheidungen gemeinsam mitVorständen der Artillerie- Zeugsdepots, denLandeskonservatoren und den Leitern derLandesmuseen. Ein Teil der ausgesonder-ten Objekte wurde um die Jahreswende1915/16 im Festsaal des Militärkasinosam Schwarzenbergplatz Nr. 1 in Wienöffentlich zur Schau gestellt. Dazu erschienein reich bebilderter Katalog. Walcher vonMolthein war auch Ausschussmitglied desVereins für österreichische Volkskunde. Ervermittelte Teile der geretteten Objekteaus der Kunstabteilung der PatriotischenKriegsmetallsammlung an das Museum fürÖsterreichische Volkskunde( mehr als 1.300Stück). Darunter befinden sich 974 Medail-lons aus Porzellan, die erst im Jahre 1969vom damaligen Direktor Leopold Schmidteinzeln und mit Unternummern nachin-ventarisiert wurden( ÖMV/ 64.031-65.000).Die Sammlung vergrößerte sich zu einemspäteren Zeitpunkt durch Einzelstücke.
In den 1950er und 1960er Jah-ren boten Händler Porzellanmedaillonsin großen Mengen an. Zur Zeit der muse-alen Beachtung durch Leopold Schmidtwaren Bierdeckel nur noch vereinzelt aufFlohmärkten zu erwerben, wo sie hohePreise erzielten. Auch heute findet mannoch Gefallen an den reizvollen Miniaturen,die die Welt des 19. Jahrhunderts aus derSicht eines Biertrinkers zeigen.
Vitrine 1:
Krüge
1.1
Walzenkrug aus Keramikmit Zinnmontierung
Stadtansicht in Reserve, graviertes
Monogramm im Deckel„ MD", Fayence,
mangangespritzter Fond, sog. Leberkrug,Gmunden, um 1750; ÖMV/ 29.292
1.2
Walzenkrug aus Keramik mit ZinndeckelZunftkrug eines Bäckers, graviertesMonogramm im Deckel„ M.K.“, Fayence,Gmunden, um 1800; ÖMV/ 18.051
1.3
Bierkrug aus Glas mitDeckeleinlage aus PorzellanDarstellung eines Schusters in Reserve,mit Schablonen geschriebenes und aufdie weiße Porzellanglasur gebranntesMonogramm„, AS" für Anton Sotny, Glas-macher, Glas mit Schliff, teilweise gelbüberfangen, Böhmen, um 1800; ÖMV/ 75.303
1.4
Bierkrug gänzlich aus Zinn
Konisch geformter Zunftkrug einesBierbrauers nach Art eines Daubenkruges,Brauersymbole: Maischbottich, Schaufel,Schapfen und Gerstenähren zwischen zweiaufgerichteten doppelschwänzigen Löwen,Monogramm im Deckel„ IAK", Zinnkruginnen punziert, datiert 1773; ÖMV/ 23.246