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Gambrinus & Co : die Geschichte hinter 977 Medaillons aus Porzellan ; 21.03.-11.06.2023
Entstehung
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bekleidet und auf der anderen nackt wiebei Raffael. War die Frau verheiratet, dannwurde sie in scherzhaften Szenen dem Biertrinkenden Ehemann gleichgestellt.

Weitere Motive betreffen roman-tische Themen wie Freundschaft, Lie-be und Hochzeit. Vielfältig sind neutraleDarstellungen von Alpenblumen, Berg-landschaften, Zunft- und Berufszeichen,Gasthausszenen und Tieren. Der Jägererscheint häufig und wird als Naturburschim Gebirge, beim Ansitz, mit seiner Jagd-beute und beim Liebeswerben dargestellt.Jägerspottbilder nehmen Sonntagsjägerund ihr jagdliches Missgeschick aufs Korn.

Gambrinus

Unter den Männerporträts der Sammlungist jenes von Gambrinus häufig und vielfäl-tig anzutreffen. Der legendäre Erfinder"des Bieres wird fälschlicherweise alsPatron der Bierbrauer bezeichnet, jedochist das der heilige Florian, den man alsFürsprecher bei Feuer- und Wassergefahranrief. Das Getränk Bier ist nicht von einerbestimmten Person erfunden worden.Vermutlich wurde das Bierbrauen vonverschiedenen Kulturen an unterschied-lichen Orten vor etwa 10.000 Jahren imZusammenhang mit dem Brotbacken imhäuslichen Bereich entdeckt.

Bei den Bier- Historikern herrschtUneinigkeit, welche Persönlichkeit für dieerfundene Geschichte vom Bierbrauenherangezogen werden kann. GriechischeÜberlieferungen nennen die Göttin Isis,ägyptische den Gott Osiris als erste Ver-breiter der Braukunst. Der Spruch auf demWirtshausschild transportiert eine europäi-sche Version. Sie besagt, dass ein>> Jan Pri-mus«,( Johann I.), der im 16. Jahrhundert

König von Flandern und Brabant war, derErfinder des Bieres wäre.

Der König Gambrinus ist ein Pro-dukt der Renaissance, die ihre Bildung undOrientierung aus der antiken Kultur bezogund führt letztendlich auf den römischenGeschichtsschreiber Tacitus zurück. Die-ser berichtet in seinem Werk ,, Germania"( 98 n. Chr.) von zwei Germanenstämmen,den Marsi und den Gambrivii. Humanis-ten wie der deutsche Historiker JohannesAventinus( 1477-1534) verbreiteten underweiterten die Aufzeichnungen von Tacitusdurch griechische und ägyptische Überlie-ferungen. Schlussendlich täuschte sich einDrucker in Antwerpen im 16. Jahrhundertbeim Setzen eines Manuskripts. Er machteeinen Fehler und aus, Gambrivius" wurde,, Gambrinus".

Weltweit gibt es heute mehrere Brau-ereien und Biere, die nach Gambrinus, demsagenumwobenen Erfinder des Bieres,benannt sind. Um seine Person ranken sichzahlreiche Legenden, sein Mythos hat bisheute nicht an Kraft verloren.

Sammlungsgeschichte

Der Erste Weltkrieg hatte nicht nur einenwesentlichen Einfluss auf die Bierproduk-tion, die stark zurückging. Er hatte aucheinen entscheidenden Einfluss auf denVerbleib der Medaillons. Bereits Ende 1914entstand im K. u. K. Kriegsministerium die,, Patriotische Kriegsmetallsammlung". AusMangel an Metall wurde die Bevölkerungzur Abgabe von Haushaltsgegenständenaus Metall aufgerufen und diese für mili-tärische Zwecke umgearbeitet. In eigenenSammelstellen wurde die Montur des Kru-ges entfernt und der Porzellandeckel ausder Zinnfassung herausgebrochen, was die