Relikte einerSommerfrische
Die Wiener Familie Lieben- Seutter er-warb im Jahr 1978 das Fischerhaus amSüdufer des Fuschlsees als Sommer-sitz. Der letzte Vorbesitzer des rund380 Jahre alten Bauernhauses war eindeutscher Anwalt, der das Innere desHauses im Landhausstil der 1950/ 60erJahre ausgestattet hatte. Beim Son-dieren des Inventars tauchte in einemTroadkasten eine Keramiktasse- einHäferl- mit der Aufschrift ,, Ich bringeDir Glück" auf. Sie fand einen neuenPlatz auf dem ausladenden Gesims desholzvertäfelten Wohnzimmers.
Die Familie Lieben- Seutter pflegtein der Fuschler Sommerfrische einausgedehntes gesellschaftlichesLeben rund um die Salzburger Fest-spiele sowie mit Gästen aus anderenklassischen Sommerfrischeorten desSalzburger und oberösterreichischenSeengebiets.
Der Häferl- Fund am Gesims des Wohn-zimmers wurde zum Anknüpfungs-punkt für Mitbringsel der unzähligenGäste.
Wie die Sammlung erkennen lässt,kamen die Häferl bald aus aller Welt.Die meisten sind alpenländischen Ur-sprungs, viele stammen von bekann-ten zentraleuropäischen Reisezielensowie aus dem Rest Europas. ,, Kitschas Kitsch can" lautete das Motto, unddem waren keine Grenzen gesetzt.
Im Jahr 2008 verkaufte die Familie dasHaus und schenkte dem Volkskunde-
museum Wien die aus über 200 Expona-ten bestehende Sammlung. Man könntees auch eine Ansammlung nennen.
Mitgebrachte Erinnerungen
Der Häferl- Fund der Familie Lie-ben- Seutter war den Gästen einewillkommene Erleichterung bei Über-legungen bezüglich Gastgeschenkenund es entstand ein gewisser Wettbe-werb, die wachsende Ansammlung miteinem eigenen Beitrag zu bereichern.
Die inhaltliche Auswahl bei Souvenir-häferln ist groß. Sie oszilliert zwischenAlpenromantik, Sinnsprüchen, Liebe,Erinnerung, ortsbezogenen Andenken,historischen Ereignissen, Märchenund Fabeln, floralen Designs, Grotes-ken, saisonalen Anlässen, bekanntenPersönlichkeiten und schlichterWerbung. Eingeschrieben sind gege-benenfalls persönliche Erinnerungen,historische Ereignisse, die Geschichtevon Reisekultur und Tourismus sowieZeit- und Wirtschaftsgeschichte.
Ob diese Gegenstände direkt als Mit-bringsel gekauft wurden oder ihrer vor-angegangenen Karriere als Staubfängerfür ein zweites Leben in der ehrbarenGalerie am Gesims des Sommerhausesentzogen wurden, bleibt unklar. Irgend-wann wurden viele von ihnen jedenfallsals Souvenir erworben.
Zum Kauf eines Souvenirs gibt es einigekulturanthropologische Thesen. So