Provenienzforschung und des Kunstrückgabebeirates wurden dieStrukturen für die Rückgabe aus Bundeseigentum geschaffen.
Wie auch andere private Institutionen muss das Volkskundemu-seum Wien nicht nach dem Kunstrückgabegesetz agieren. 2015verpflichtete es sich jedoch freiwillig dazu und wurde in der Folgevom Kulturministerium dabei unterstützt. Als Folge der Entscheidungdes Museums wurde die Sammlung Mautner restituiert.
Was macht die Sammlung Mautner so besonders? Seit derFrühzeit des Museums haben sich Mitglieder der großbürgerlichenTextilindustriellenfamilie Mautner in unterschiedlichen Funktionen,finanziell und mit Objektspenden in das Museum und das Museums-und Sammlungsgeschehen eingebracht. Durch gemeinsame For-schungsinteressen und patriotische Zielsetzungen waren sie derdamals aufstrebenden Volkskunde als wissenschaftlichem Fachund gesellschaftlichem Interessensgebiet in Museum, Verein undheimatkultureller Praxis verbunden. Die Volkskunde trat damals mitder Idee an, Gegenstände und Praktiken vor Industrialisierung undUrbanisierung zu bewahren und in weiterer Folge zu verbessernoder gar neu zu gestalten. Gerade das umfangreiche Sammeln undForschen von Konrad Mautner( 1880-1924) und die praktische Um-setzung in der Trachtenerneuerung durch Anna Mautner( 1879-1961)zeugen davon. Ab 1938 wurden Anna und andere Mitglieder derFamilie Mautner durch die rassistischen Nürnberger Gesetze alsjüdisch verfolgt, und sie mussten flüchten. Auf Initiative des Museumswurden die in Wien befindlichen Sammlungsteile beschlagnahmt,dorthin gebracht und weit unter Wert vom damaligen Direktor ArthurHaberlandt angekauft. Darunter befanden sich Forschungsunterlagen,Bekleidung und Trachtenabbildungen, Schützenscheiben, Liedtexte,Möbel, Pfeifen und Pfeifenköpfe, Fotografien vom„ Volksleben“ vorallem im Salzkammergut und anderes. Die Objekte dieser Sammlungwurden immer wieder unhinterfragt in zentralen Ausstellungen undPublikationen genutzt.
In den 2010er Jahren kam es im Team des Volkskundemuseumszu einem Umdenken hinsichtlich der belasteten Vergangenheit dereigenen Institution und der problematischen Erwerbsgeschichten vonvielen Objekten. Um nicht mehr von Unrecht zu profitieren, entschlosssich der Trägerverein des Museums zur Provenienzforschung und
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