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Gestellt : Fotografie als Werkzeug in der Habsburgermonarchie ; [dieser Katalog erscheint als Nachschrift zur Ausstellung ..., die vom 29. April bis 30. November 2014 im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien gezeigt wurde]
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BILDKAPITEL- POSTKARTEN

Postkarten

Ab Mitte der 1890er- Jahre eroberten fotografi-sche beziehungsweise nach Fotografien gedrucktePostkarten den Markt. In der Fotosammlungdes Österreichischen Museums für Volkskundebefinden sich insgesamt an die 16.000 Postkarten.Davon sind mehrere Tausend Stück im engerenSinne als>> Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag  Volkstypen«<- Darstellungen zu bezeich-nen. Sie beschränken sich allerdings nicht nurauf die Habsburgermonarchie, sondern umfassenden gesamten europäischen Raum und Nordafri-ka. Die Bildkapitel» Bücher<<,>> Postkarten<< und>> Sammelbilder« gehen über den geografischenRahmen der Habsburgermonarchie hinaus, um zubetonen, dass das typisierende Bildermachen einweltweites Phänomen war( und leider noch immerist). Die Postkartenproduktion ist sehr schwierigbis unmöglich in Zahlen zu fassen, allenfalls lässtsich von einem äußerst populären Kommunika-tionsmittel sprechen. Besieht man sich einzelne

Beispiele der Korrespondenzen, begreift man,dass>> Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag  Volkstypen« nicht bloß ein beliebtes Motivwaren, sondern auch ein Statement, dass mannämlich an die Existenz von»> Typen« glaubte. DiePostkarten wurden nicht nur zur Kommunikationeingesetzt, sondern auch gesammelt. Bemer-kenswert ist an den Postkarten im Museum, dasses sich nicht allein um nicht verschickte Postkar-ten, sondern auch um sogenannte» gelaufene<<( also versendete) handelt- gesammelt wurdenbeide Varianten. Sie kamen als Schenkungenaus dem reichhaltigen Netzwerk der mit demMuseum verbundenen volkskundlich Interes-sierten. Auch diese Spielart der Produktion undZirkulation von» Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag  Volkstypen«<- Fotografien führtsowohl durch ihren Einsatz als Kommunikati-onsmedium als auch durch ihr privates wie wis-senschaftliches Sammeln vor Augen, wie breitdas typisierende Bildermachen verankert war.