BILDKAPITEL- SAMMELN
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Sammeln
Die umfangreiche Sammlung von>> Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag Volkstypen«<-Fotografien des Österreichischen Museums fürVolkskunde entstand nicht beiläufig, sondernwurde von Anfang an systematisch angelegt.Michael Haberlandt, der Gründungsdirektor desHauses, wandte sich dafür direkt an Amateurfo-tografen. In 1896 und 1898 publizierten Aufrufenin der Zeitschrift für österreichische Volkskundebat er sie um ihre>> einschlägigen Arbeiten<< underhoffte sich, dass sie» die Volkskunde durchfleißige Aufnahmen volkskundlicher Objekte un-terstützen wollen<<.
Sein Sohn und Nachfolger Arthur Haberlandtbediente sich ebenso der Fachmedien und derentsprechenden Netzwerke, um die Fotosamm-lung des Museums zu erweitern. 1913 sprach er inden Mitteilungen des deutschen und österreichi-schen Alpenvereins direkt Amateurfotografen anund ersuchte sie,» ein paar anthropologische Ty-penaufnahmen<< zu machen, denn der alpenländi-sche>> Typus ist ihm[ dem Amateurfotografen] bisins kleinste vertraut und er erkennt ihn unfehlbarund auf den ersten Blick«. Heute können wir dasals fehlgeleitete Vorstellung entlarven, doch
Haberlandt lag im Trend der Zeit, wenn er be-hauptete:» Der Tiroler ist zweifelsohne einanderer als der Salzburger, und dieser unterschei-det sich nicht bloß im Wesen, sondern auch inseiner Körperlichkeit vom Oberösterreicher; dieBewohner des Salzkammerguts haben ihre Eigen-heiten, ebensogut wie die der Untersteiermarkoder Kärntens.<<
>> Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag Volkstypen«-Fotografien trugen aber nichtnur Institutionen zusammen. Ebenso zirkuliertendiese Fotografien in privaten und informellenwissenschaftlichen Kreisen und sind Ausdruckder damaligen Korrespondenz- und Tourismus-kultur. Sie dienten damit auch der Bildkommu-nikation, gedruckt auf Postkarten zum Verschi-cken. Darüber hinaus entstanden auch privateSammelpraktiken, die sich auf>> Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag Volkstypen<<-Darstellungen sei es in gedruckter Form oderals Fotografie- spezialisierten und in die auchgenannte Postkarten einflossen. Dieses privateEngagement geschah teils aus einem wissen-schaftlichen Antrieb heraus, teils artikuliertesich darin eine rein persönliche Leidenschaft.
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