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Gestellt : Fotografie als Werkzeug in der Habsburgermonarchie ; [dieser Katalog erscheint als Nachschrift zur Ausstellung ..., die vom 29. April bis 30. November 2014 im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien gezeigt wurde]
Entstehung
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BILDKAPITEL- PUBLIKATIONSFORMEN( 2)

Publikationsformen( 2)

Neben privaten Sammlern und musealen In-stitutionen gehört die wichtige Gruppe derReisenden zu der Käuferschicht für Fotogra-fien. Kommerzielle Fotografen produzierteneigens für einen touristischen Markt, wo dieBilder zum Andenken oder als Sammelbilder undKommunikationsmittel angeboten wurden.

Die Verleger reagierten auf die enormeNachfrage, indem sie die Serien immer wiedererneut auflegten. Diese einzelnen>> Auflagen<<erkennt man an den meist farbig unterschiedli-chen, oft mit leicht variierender Typografie verse-henen Untersatzkartons, auf die die Erzeuger dieFotografien aufkaschierten. Bei der Inszenierungder>> Typen<< im Atelier arbeitete man letztlichbloß mit einer Handvoll gemalter Hintergründeund Requisiten, die oft, gleich ob das Modellwechselte, dieselben blieben. Aber es konnteauch umgekehrt sein: Aus Gründen der Sparsam-keit tauchten dieselben Modelle in unterschiedlichdekorierten Szenenbildern auf. Diese Atelier->> Typen«<- Darstellungen zeichneten sich durch

hochgradige Konventionalisierung bei Requisitenund Hintergründen, aber auch Posen aus. Die inder Regel gewerblich hergestellten Hintergründetauchten gelegentlich bei verschiedenen Foto-grafen auf. Die Bilder verkaufte man als Schwarz-Weiß- Abzüge und auch von Hand koloriert odermehrfarbig gedruckt( die Farbfotografie wirderst im 20. Jahrhundert kommerziell nutzbar).

Im Österreichischen Museum für Volkskundeschuf man in den 1950er- Jahren neue Archivie-rungsstrukturen, denen man auch einen Großteilder Fotografien unterstellte. Dabei klebte mandie Bilder auf Archivkartons im Format DIN A4auf, die Rückseiten der Untersatzkartons aller-dings, die Zusatzinformationen zu den Lichtbild-nern, Verlegern, Händlern und manchmal auchzu den Dargestellten enthielten, schabte mandabei ab. Durch das mangelnde fotohistorischeBewusstsein, das generell zu diesem Zeitpunktnoch kaum vorhanden war, gingen so wertvolleInformationen für die Forschung verloren.

28 C. A. Czichna( Verleger)>> Wippthaler, Innsbruckzwischen 1879 und 1890

29 C. A. Czichna( Verleger)>> Tirol, Wippthaler<<,Innsbruck 1870er- Jahre

30 Eisenschiml& Wachtl( Lithografen)

Rückseite eines Untersatzkartonsvon Alois Gnädinger, Bludenz,Wien 1896

31 Alois Gnädinger» Schruns im August1896, Schruns 1896

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