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Weihnachten - noch Fragen? : [Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 25. November 2012 bis 3. Februar 2013]
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24. Wann ist Weihnachten

Vierzig Tage nach seiner Geburt brachtenMaria und Josef ihren Sohn nach Jerusalem,da nach den Vorschriften des Alten Testa-ments jede männliche Erstgeburt als Eigen-tum Gottes galt und dem Herrn dargestelltwerden musste. Im Tempel kam es zurschicksalhaften Begegnung mit Simeon, ei-nem gerechten und frommen Mann und derhochbetagten Prophetin Hanna, die beide indem Säugling den erwarteten Erlöser er-kannten. Simeon nahm das Kind in seineArme und kündigte Maria ihr Leid durch denKreuzestod Christi an, der wie ein Schwertdurch ihre Seele dringen werde. Das für Je-rusalem bereits am Ende des 4. Jahrhundertsdurch das Reisetagebuch der Ordensfrauund Pilgerin Egeria bezeugte Fest der Be-gegnung des Kindes Jesu mit Simeon, wurdezunächst am 14. Februar gefeiert, also vierzigTage nach Epiphanie am 6. Jänner. Durchdie Festlegung der Geburt Christi auf den25. Dezember verschob sich im 6. Jahrhundertder Termin der Darbringung auf den 2. Februar.In Rom führte die Kirche den Feiertag umdas Jahr 650 n. Chr. ein.

Ursprünglich wurde das Fest am 2. Feb-ruar, Mariä Reinigung" genannt, weil nachjüdischem Brauch die Mutter nach der Geburteines Sohnes vierzig Tage lang, nach derGeburt einer Tochter achtzig Tage als unreingalt und ein Reinigungsopfer darzubringenhatte. Auch Maria folgte dem Gebot undopferte zwei Tauben, wie es bei ärmerenFamilien üblich war. Durch diesen Aspektwurde das Fest, als es von Rom aus gegenEnde des 8. und zu Beginn des 9. Jahrhun-derts in den gallisch- fränkischen Raum ge-

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langte, immer stärker zum Marienfest. Seitder Liturgiereform nach dem Zweiten Vati-kanischen Konzil wurde aus dem Marienfestwieder ein Herrenfest gemacht, welchesseit 1970 den offiziellen Titel Darstellungdes Herrn" trägt. Seit 1997 wird dieser Tagin der katholischen Kirche auch als, Tag desgeweihten Lebens" gefeiert.

Da der Festtag seit Mitte des 5. Jahr-hunderts mit Lichterprozessionen gefeiertwurde, bürgerte sich die Bezeichnung MariäLichtmess ein. In der katholischen Kirchewar es seit dem 10. Jahrhundert Brauch, andiesem Tag in den Kirchen Kerzen für den li-turgischen und häuslichen Gebrauch zu wei-hen. Die Kerzenbeleuchtung in den Kirchenwurde durch die in dieser Zeit in der Ge-meinde gesammelten Lichtmessopfer be-stritten. Mancherorts gingen Lichtmesssängervon Haus zu Haus, um ein Kerzenopfer fürdie Pfarre zu erbitten. Wo der Brauch heutenoch ausgeübt wird, werden die Spendenvielfach für karitative Zwecke gesammelt.Den geweihten Kerzen wurden unheilabweh-rende Kräfte zugeschrieben, insbesonderesollten die schwarzen Wetterkerzen vor Un-wettern schützen. Neben Kerzen gab es ge-wickelte Wachsstöcke, die in Haltern abge-brannt werden konnten. Nur der Dekorationdienten die seit dem 18. Jahrhundert alsBrautgaben beliebten, kunstvoll gewickeltenund reich verzierten Wachsstöcke.

Der Lichtmesstag galt als wichtiger Terminim bäuerlichen Jahr. Die Lichtverhältnissewurden besser und die Feldarbeiten konntenwieder aufgenommen werden. Zahlungenwurden fällig und die Dienstboten wechselten.

Lichtmessbild

Kolorierter Kupferstich auf Holz, Tirol, 18. Jh.,ÖMV/ Foto: Christa Knott.

Bis 1970 endete die Weihnachtszeit offiziellam Lichtmesstag.

Den Knechten und Mägden wurde mitgeteilt,ob sie am Hof bleiben konnten oder nicht.Sie bekamen ihren Jahreslohn ausbezahlt,dazu meist Bekleidung und Schuhe. Werseinen Arbeitgeber wechseln wollte oderentlassen worden war, musste am 3. Februar,dem Blasiustag, gehen.

In der katholischen Kirche endete früheram 2. Februar die Weihnachtszeit. Der weih-nachtliche Schmuck wurde abgenommenund die Krippe weggeräumt, da darin nunalle Szenen der Weihnachtszeit ihren Platzgefunden hatten. Seit 1970 bildet das Festder Taufe Jesu am Sonntag nach Epiphanieden Abschluss der kirchlichen Weihnachts-zeit.

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