20. Was ist eineWeihnachtsoktar?
Auf der Mainzer Synode im Jahre 813 wurdeWeihnachten zum allgemeinen Feiertag er-klärt. Die vier Weihnachtsfeiertage bestandenaus dem Weihnachtsfest und den Festtagendes HI. Stephanus, des Evangelisten Johan-nes und der Unschuldigen Kinder. Der Weih-nachtsfestkreis enthält eine liturgisch gefei-erte Festwoche, die Weihnachtsoktav, unterwelcher die acht Tage vom Hochfest biszum Oktavtag zu verstehen sind. Die Weih-nachtsoktav dauert demnach vom 25. De-zember bis zum 1. Jänner.
Der 24. Dezember war ursprünglich derErinnerung an Adam und Eva gewidmet undgalt als Vorbereitungszeit auf das GeburtsfestChristi. Es ist der letzte Fasttag der Advent-zeit. Weihnachten beginnt mit der Vesperam Vorabend des 25. Dezember. Dies liegtin der christlichen Übernahme der jüdischenTradition, wonach der Tag mit dem Vorabendbeginnt. Im 19. Jahrhundert wurde die weih-nachtliche Familienbescherung am„, HeiligenAbend", dem Abend des 24. Dezember üb-lich.
Am 25. Dezember wird das Hochfestder Geburt Christi gefeiert. Die Christmetteist die Heilige Messe in der Nacht vom 24.auf den 25. Dezember, entstanden durchdie Vorverlegung der ersten Heiligen Messedes Weihnachtsfestes. Ursprünglich ist eineMette nur ein nächtliches Stundengebetohne Messfeier. Dieser Tag galt als reinerFamilientag. In manchen Gegenden wurdenBesuche sogar als unglückbringend gesehen.
Der Stephanitag am 26. Dezember ist derGedenktag des Erzmärtyrers Stephanus. DerÜberlieferung nach war er der Erste, derwegen seines christlichen Glaubens getötetwurde. Die Kirche gedenkt seiner zu Weih-nachten, weil dadurch im Jubel der weih-nachtlichen Freude erinnert wird, wie nahedie Freude über die Geburt und die Trauerüber die Bedrohtheit des Lebens stehen.Es ist der traditionelle Tag für Besuche beiVerwandten und Freunden sowie für Umritteund Pferdesegnungen, da der Heilige auchPatron der Pferde ist.
Am 27. Dezember wird das Fest des HI.Evangelisten Johannes gefeiert. Der Legendenach musste er Gift aus einem Becher trin-ken, den er unbeschadet leerte. Daraus ent-wickelte sich der Brauch, an seinem Ge-dächtnistag in der Kirche Wein segnen zulassen, die Johannesminne. Diesem Weinwird besondere Wirkung bei Seuchen, Krank-heiten und Gefahren zugesprochen.
Am 28. Dezember, dem Tag der Unschul-digen Kinder, wird des historisch nicht be-legten Kindermordes von Bethlehem durchHerodes gedacht. Dem Ereignis soll dasJesuskind entgangen sein, weil ein EngelJosef die Flucht nach Ägypten befohlenhabe.
Seit dem 11. Jahrhundert wurde an die-sem Tag in den klösterlichen Schulen ein,, Schülerbischof" gewählt, welcher in Pon-tifikalgewändern einen Teil der bischöflichenAmtspflichten dieses Tages übernahm. Dabei
kam es immer wieder zu Verboten wegenVerstößen gegen die gute Sitte. Später wurdedieses Spektakel auf den Nikolaustag verlegt.Mancherorts ist der, vor allem im SüdostenÖsterreichs übliche Brauch des„, Frisch undg'sund Schlagens" noch bekannt, wobeiKinder Erwachsene mit Ruten und Zweigenschlagen und Gesundheit wünschen. Dafürerhalten sie meist kleine Gaben.
Da der 31. Dezember auf den Gedenktagdes Papstes Silvester I. fällt, wurde er zumNamensgeber für den letzten Tag des Jahres.Mit Böllerschießen, Orakeln und dem Ver-schenken von Glücksbringern wird die Jah-reswende gefeiert.
Der 1. Jänner ist der Oktavtag von Weih-nachten und Festtag der Beschneidung desHerrn. 1931 wurde das Hochfest der Got-tesmutter in Erinnerung an das Konzil vonEphesus im Jahre 431, wo Maria als Got-tesgebärerin bestätigt wurde, von PapstPius XI. eingeführt. Ursprünglich am 11. Ok-tober begangen, wurde es 1970 im Zugeder Liturgiereform auf den 1. Jänner verlegt.Seit 1968 wird auch der Weltfriedenstagder katholischen Kirche an diesem Tag be-gangen. Das Fest der Heiligen Familie wirdam Sonntag in der Weihnachtsoktav gefeiert,dadurch entfällt jeweils der gebotene Ge-denktag.
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