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Mit dem Gefühl der Hände : zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava ; [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 11. März bis 19. August 2012]
Entstehung
Seite
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Ján Pečuk&Anna Pečuková

Zapotok 53

900 81 Šenkvice

Tel. 00421 903 309926pecuk.j@zoznam.sk

keramika-jan-anna.meu.zoznam.sk

Nur wenige Kilometer von Modraentfernt in Richtung Süden liegt dieGemeinde Šenkvice, wo Ján Pečukund sein Frau Anna leben. Hinterdem Wohnhaus liegt die Werkstatt,die aus einem zweistöckigen Ateliermit Brennofen und einer Malwerkstattbesteht. Ján stammt aus Bratislava, woer im Jahre 1956 geboren wurde, Annastammt aus Šenkvice. Bereits als Kindwurde das künstlerische Talent von Jánerkannt. Nachdem es mit der Aufnahmeauf die Kunstgewerbeschule in Bratisla-Iva nicht geklappt hatte, schaffte er dieEignungsprüfung in die Majolika- fabrikin Modra. Dort war er 17 Jahre langtätig und bildete selbst auch Lehrlingein der Dreherei aus. In der Malwerk-statt nebenan arbeitete seine Frau.1986 machten sich beide über ÚĽUVselbstständig. Sie haben vier Kinder,von denen die zwei Mädchen ebenfallsin Modra das Keramikmalen erlerntenund heute noch den Eltern bei Groß-aufträgen helfen. Es ist für die Pečukswichtig, dass sie ein breites Sortimenthaben. Ján bezieht seinen Ton ausder Umgebung und mischt ihn mit Tonaus Mähren. Er töpfert, modelliert undbemalt seine Stücke selbst. Seine FrauAnna ist eine routinierte Keramikmalerinund hat ein bestimmtes Malrepertoirefür die Geschenkartikel und Gefäße, diesie verziert. Sie malt die Dekore ohneVorlagen und kann daneben sogarfernsehen. Von einer ganz besonderenWärme sind die Glasurfarben. Dafürverändert Ján die industriell hergestell-ten Farben nach eigenen Rezepten und

lässt sie im Elektroofen bei 970 Gradbrennen. Von den Einkünften aus demVerkauf der Keramik können Ján undAnna nicht angemessen leben undhaben sich daher, auch im Hinblick aufdie Pension, eine Arbeit außerhalb ihreskeramischen Arbeitsfeldes gesucht. Jánarbeitet im Peugeot- Werk, seine FrauAnna in einem Pensionistenwohnhaus.Der Keramik blieben sie dennoch treuund arbeiten weiterhin in der Werkstatt.Haben sie früher die ganze Woche langKeramik produziert und diese dannam Wochenende auf Märkten verkauft,so können sie heute wählen, welchenMarkt sie befahren. Am besten gefälltihnen die Atmosphäre auf Folklorefesti-vals, z. B. in Východná oder Detva. Aufden Märkten modelliert Ján Pečuk vorPublikum und behält die Figuren als Er-innerung. Die Figuren( Handwerker, dieHeuträgerin, diverse Krippenfiguren, derFujaraspieler und der Räuber Jánošík)tragen auf dem Boden das Datum undden Ort der Entstehung.

Ján und Anna haben einen großen Kun-denstock. Die Interessenten besuchensie auf den Märkten oder kaufen ihreWare in den Shops der Freilichtmuseen.Sie haben ihre Stücke auch in Japanverkauft und auf Ausstellungen nachAmerika geschickt.

Beide sind Mitglieder der Zunft derslowakischen Keramiker und erinnern.sich gerne an die bis 2004 gemeinsamveranstalteten Ausstellungen.

Sie hoffen, dass die Zunft bald wiederzum Leben erwachen wird.

J. PečukSerkvice

Wir möchten mit unserer Keramik die

Seele unserer Kunden erfreuen.

MIT DEM GEFÜHL DER HÄNDE

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Zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava