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Mit dem Gefühl der Hände : zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava ; [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 11. März bis 19. August 2012]
Entstehung
Seite
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František Hubek

Dolná 95

900 51 Zohor

Tel. 00421 903 685113frantisek.hubek@zohoronline.sk

www.keramika-hubek.sk

Am 16. November 2011 fand in der

City Gate Gallery in Bratislava die Eröff-nung einer Ausstellung der Werke vonFrantišek Hubek statt. Gezeigt wurdenkeramische Plastiken und Schalen, dieHubek auf der Töpferscheibe dreht unddann händisch verändert. Die Motiveder Königin" und des Hofnarren"stammen aus dem tschechischen Film,, Šašek a královna"( zu deutsch ,, Narrund Königin") mit Chantal Poullain undBolek Polívka. Dieser Film und dasgleichnamige Theaterstück inspiriertenden Keramiker zu hohen schmalenfigürlichen Plastiken mit starkenRotglasuren und einer glänzendenBronzeglasur. Schalen werden amRand aufgeschnitten und durch Stegeverändert. Angarnierte Kugeln aufeiner Schale oder einer Uhr geben denStücken ein verspieltes Aussehen undmachen sie in den Augen des Kera-mikers interessanter. In diesen letztenWerken zeigt sich die Experimen-tierfreudigkeit von František Hubek.Eigentlich hat er eine ganz traditionelleAusbildung in Modra absolviert. Imersten Lehrjahr drückten er und seineAusbildungskollegen in der Berufs-schule in Pezinok vier Tage pro Wochedie Schulbank und wurden in denFächern Kunstgeschichte, Materialienund Herstellung unterrichtet. EinenTag pro Woche hatten sie praktischenUnterricht in der Modraer Lehrwerkstattin der alten Majolikafabrik. Sie warenein starker Lehrgang und die älterenTöpfer, die er alte Meister" nennt, wa-ren sehr streng bei der Beurteilung der

scheibengedrehten Ware. Nach zweiJahren beim Militär war Hubek aus derÜbung im Drehen und musste sichseinen Platz als hervorragender Töpfererst wieder hart erarbeiten. Nachdemer sich gegen eine Entscheidung derFirmenleitung aufgelehnt, einen Streikorganisiert und eine Anklage in Folgegewonnen hatte, verließ er 1988 dieMajolikafabrik und schloss sich fürkurze Zeit einem Künstlerkreis in Senecan.

František Hubek wurde 1963 in Bra-tislava geboren und wuchs mit zweiBrüdern und einer Schwester in Zohorin der Záhorie auf. Nach der Wendebaute er sein Elternhaus um und richte-te sich in den rückwärtigen Räumen imInnenhof eine Werkstatt ein. Im Wohn-bereich findet man noch viele Stückeim volkstümlichen Stil der Majolika ausden Jahren 1986 und 1987.Seine Zusammenarbeit mit ÚĽUV be-gann erst 1990, da experimentierte ermit Schwarzware im keltischen Stil. Da-bei machte er interessante Erfahrungenmit der Brenntechnik im Holzofen.In den letzten zehn Jahren hatFrantišek Hubek seinen Stil kontinu-ierlich in eine sehr moderne Richtungverändert und fand neue Absatzwegeüber Galerien. Er entwickelte einenunverwechselbaren eigenen Stil. Nurdie Töpferscheibe verbindet ihn noch.mit der intensiven handwerklichenAusbildung im Bereich der traditionel-len slowakischen Majolika. Sie ist einBindeglied zwischen Vergangenheitund Gegenwart.

Keramik braucht die vier Elemente, sie ist wie Alchemie.

Man weiß nie, was beim Brand rauskommt!

MIT DEM GEFÜHL DER HÄNDE

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Zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava