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Mit dem Gefühl der Hände : zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava ; [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 11. März bis 19. August 2012]
Entstehung
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Martha Treiber

Kunst& KeramikHauptstraße 31/ Seehof7071 Rust

Tel. 0043 664 1740280

Wenn man die Farbe Blau liebt, ist

man bei Martha Treiber richtig, obwohlsie auch andere Farben zum Glasie-ren ihrer Produkte verwendet- aberBlau ist in vieler Hinsicht einfach ihreLieblingsfarbe.

Martha Treiber, geb. 1954, besuchtedie Fachschule in Stoob, weil sie alsKind bereits mit Erde gerne Tiere oderFiguren modelliert hatte. Danach lerntesie viel durch ihren Kollegen und dama-ligen Ehemann( den KeramikkünstlerSepp Treiber) und bezeichnet diesePeriode als ihre Lehrzeit. Gemeinsammachte sich das Ehepaar Treiberselbstständig, Martha Treiber legte dieMeisterprüfung ab. Vor elf Jahren folgtedie private und berufliche Trennungund sie eröffnete ein Geschäftslokalmit integrierter Werkstatt an der RusterHauptstraße. Dadurch kam es auchzur Abwendung vom Künstlerischenund zur Hinwendung zu Produkten, dieman gebrauchen und besser verkaufenkann.

Martha Treiber stellt auch Geschirr her,bevorzugt aber das kreative Gestal-ten von Dekorkeramik für Haus undGarten. Besonders auffallend in ihremblitzblanken, liebevoll dekoriertenGeschäft, in dem sie an einem gemüt-lichen Fensterplatz auch töpfert, sinddie verschiedenen Tiere( Schafe, Ele-fanten, Eulen, Fische, Pinguine, Mäuseund Giraffen): Diese Eigenkreationenbasieren alle auf einem gedrehterkugelförmigen Körper mit angarniertenSchnäbeln, Schwänzen, Kopfschmuck,Augen etc. Ebenso werden Zwergeund Pilze hergestellt, sie kombiniertgerne getöpferte und modellierteElemente. Manche ihrer Vögel stehen

mit zwei Alu- Beinen auf einem StückSt. Margarethener Sandstein aus demNachbarort. Schließlich bezeichnet sichMartha Treiber als leidenschaftlicheBurgenländerin, d.h. sie arbeitet fastausschließlich mit Stoober Ton undnimmt typische, traditionelle Elementeaus dem Burgenland in ihre Produk-te auf. So macht sie auch Störche,obwohl sie sich lange gegen diesenKitsch gewehrt hat, aber in der von ihrals Karikatur gedachten Form kann siedamit leben.

Den gedrehten Schüsseln, Vasen undGefäßen setzt Martha Treiber- alsKontrast zum runden Element und alspersönliches Markenzeichen- kleinemodellierte Dreiecke auf. Außerdemschätzt sie die deutlich sichtbare Dreh-spirale in der Mulde ihrer Schüsselnund Schalen. Diese kommen bei deneinfärbig bzw. verlaufend glasiertenStücken besonders gut zur Geltung.Schließlich experimentiert sie auch vielmit Glasuren und mischt diese selbst-wobei sie den chemischen Aspekt ihrerArbeit als schwieriger als das Töpfernselbst empfindet. Jedenfalls erfüllt essie mit Stolz, dass sie sich so gut mitGlasuren auskennt und alle Farbwün-sche der Kundinnen erfüllen kann.Martha Treiber kann gut vom Töpfer-gewerbe leben und bezeichnet dasTöpfern auch als ihren Traumberuf:Sie liebt den kreativen Umgang mitdem Material Ton, sie hat ein nettesGeschäft in guter Lage in einer wun-derschönen Stadt in einer einzigarti-gen Landschaft- und ist ganzjährigumgeben von klappernden Störchen,von denen immer einige in Rust über-wintern.

HANDARBEI

Keramik ist mein absoluter Traumberuf, bei dem man aus, Nichts'

etwas Schönes herstellen kann!

MIT DEM GEFÜHL DER HÄNDE

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Zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava