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Mit dem Gefühl der Hände : zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava ; [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 11. März bis 19. August 2012]
Entstehung
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Robert Schneider

Eisenstädter Straße 547081 Schützen/ GebirgeTel. 0043 699 12591959keramik@cselley-muehle.at

Die Lebens- und Arbeitspartner RobertSchneider und Eveline Lehner betrei-

ben nicht nur ihre Keramik- Ateliers inSchützen am Gebirge, sondern auchdas alternative Kultur- AktionszentrumCselley- Mühle in Oslip, das sie gemein-sam mit dem Maler Sepp Laubneraufgebaut haben. Die Philosophie ihrerbeeindruckenden Keramikprodukte und-objekte ist eng mit dem Ausbau derMühle und ihrer Heimat verbunden.Robert Schneider war bereits als Kindvon der feuchten Erde unter denSchützener Kirschbäumen fasziniert.Er besuchte die Fachschule in Stoobund wurde dort v.a. durch seinen Lehr-meister, den klassischen TöpfermeisterFriedl geprägt, der fast ausschließlichauf der Scheibe arbeitete. Der Kerami-ker arbeitet auch selbst gerne auf derScheibe und töpfert immer wieder zumeigenen Vergnügen einen traditionellenStoober Plutzer. Seine aktuellen Werkestellt er jedoch hauptsächlich inAufbau- und Überschlagstechnik herund mischt teilweise mit anderenMaterialien wie Metall.

Robert Schneider, geboren 1950,beschäftigt sich in seinen Arbeiten mitSpannung, Riss und Verschmelzung.Eine beeindruckende Einzigartigkeit inder burgenländischen Keramikwelt istder Riss" in Kugeln und Platten, dener beim Brennvorgang gezielt provo-ziert. Der Riss selbst ist das Objekt

- Kugel und Platte sind nur Träger fürdiesen. Dadurch wird das Nichtvor-handene, die leere Stelle des Rissessichtbar und gibt so dem keramischenMaterial Bedeutung in der Gegenwart.Die Objekte werden von innen odervon rückwärts beleuchtet und wirkenwie ausfließende Lava, wobei der vonder Decke reflektierte Riss als Lichtpro-jektion ein Kunstwerk für sich darstellt.Die Idee zu den vulkanartigen Rissenentstammt auch der Beschäftigungmit dem Schmieden, Schweißen undSchmelzen von Metall, wo das Feuerdie Verbindung zum Brennen vonTöpferware herstellt.

In anderen Lichtobjekten von RobertSchneider finden Scherben ihren Platz,wieder andere Lichtobjekte fertigteer aus zerschnittenen Ziegeln und Bau-gittern in Erinnerung an die Bauphasein der Mühle.

Mit seinen Objekten ist Robert Schnei-der auf Ausstellungen in ganz Europavertreten. Er arbeitet dabei ausschließ-lich mit Stoober oder Schützener Ton,den er selbst aushebt und reinigt,die er beide sehr schätzt. Er liebt dieArbeit mit dem Material und findet beischwierigen Schaffensperioden in derTongrube einerseits Ruhe, andererseitsInspiration und Kraft zum Weiterar-beiten. Seine Werke sind durchwegsunglasiert, da er Glasuren ablehnt.

KERAH

SCH

FELTER

ROBER

Schöne Form braucht keine Glasur!

MIT DEM GEFÜHL DER HÄNDE

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Zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava