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Mit dem Gefühl der Hände : zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava ; [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 11. März bis 19. August 2012]
Entstehung
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Petra Lindenbauer

Contemporary ceramicsKeramikatelier und GalerieBaumkirchergasse 4-67461 StadtschlainingTel. 0043 664 2464150atelier@petralindenbauer.atwww.petralindenbauer.at

Petra Lindenbauer, geb. 1967 alsTochter eines Holzbildhauers, fühltesich schon als Teenager dem MaterialTon sehr verbunden. So begann sie dieFachschule in Stoob, hatte aber ehereine künstlerische Ausbildung erhofft.Daher wechselte sie in die Ortwein-schule( Fachrichtung KeramischeFormgebung) in Graz, wo sie bei AnnaLosert lernte, der sie sehr dankbar ist,weil sie die künstlerische Ader einesjeden Schülers förderte. Bereits in derStoober Schule hatte sie ihren späterenMann Georg kennengelernt, mit demsie dann 20 Jahre lang Öfen produzier-te. Nebenbei studierte sie Archäolo-gie und Kunstgeschichte.

Vor fünf Jahren zog die Familie Linden-bauer mit ihren beiden Kindern insSüdburgenland. Nach langen Jahrendes Ofenbauens bedeutet dieser Orts-wechsel eine interessante thematischeNeuorientierung für Petra Lindenbauer,denn hier fand sie auf Anregung einerFreundin sozusagen zurück zum Ur-sprung zum Töpfern, unter anderemvon Geschirr. Petra ist die ruhigere desKeramikerpaares Lindenbauer, aberebenso ideenreich und fasziniert vomMaterial Ton wie ihr Mann.

Sie entwickelte eine eigene Geschirr-Philosophie, welche die Anpassung derGefäße an die heutigen Essgewohn-heiten und den daraus resultierendenGeschirrbedarf der KonsumentInnen inden Mittelpunkt stellt. Für eine verän-derte Speisenkultur, bei der internatio-nal und saisonal gekocht wird, entwarfsie das, ideale Set", bestehend ausverschiedenen Tellern( z.B. für Pastaoder Curry- Speisen) und weiteren

individuellen Gefäßen( für Baguetteoder Blumen).

Diese warme, sympathische Geschirr-linie, À Table!" macht auch die Tisch-kultur, das Tischendecken und Inszenie-ren für die NutzerInnen heiter und fle-xibler und bereits das Angreifen desGeschirrs wird als sinnliches Erlebniswahrgenommen.

Schließlich will Petra Lindenbauer mitihrer Linie die Gleichförmigkeit vongedrehtem Geschirr durchbrechenund zeigen, wie individuell auf derScheibe gefertigtes Geschirr sein kann.Einzigartig sind auch ihre unkonventio-nellen selbstgemischten Glasurfarbenwie taupe oder türkis, teilweise kräftig,teilweise in sanften Pastelltönen.Hier richtet sie sich gerne nach denWünschen ihrer Kundinnen.Eine Form hat es ihr besonders ange-tan: Ich bin thematisch an der Schalehängen geblieben, weil ich der Mei-nung bin, dass es niemals genug tolleSchalen geben kann. Sie sind drei-dimensionale Bilder, nehmen Körperoder Flüssigkeiten auf und bestehenmit und ohne Inhalt." Die verschiede-nen Schalen dreht sie auf der Scheibeoder fertigt sie in Überschlagstechnikin unregelmäßiger Struktur- undträgt somit zum Erhalt, aber auch zurWeiterentwicklung von traditionellenFormen bei. Für ihre eigene fachlicheEntwicklung nimmt sie jedes Jahr aneinem Seminar teil oder bereist Ländermit keramischer Tradition.Petra Lindenbauer fertigt auchindividuelle Wandgestaltungen undLeuchtkörper, wie alle ihre Werkehauptsächlich aus deutschem Ton.

Jedes Stück Geschirr besticht als Einzelteil durch seine Individualität

und ist gleichermaßen Teil eines harmonischen Ganzen.

MIT DEM GEFÜHL DER HÄNDE

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Zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava