Sandra Graf
Graf- KeramikTriftgasse 17344 Stoob
Tel. 0043 2612 42404
s.grafkeramik@gmx.atwww.grafkeramik.at
Die jüngste der vertretenen Keramiker-Innen( geb. 1976) leitet den ältestenKeramik- Betrieb„ Graf- Keramik" inStoob, betreibt das„, Café Plitzerl"und besucht fünf Tage pro Wocheden Aufbaulehrgang in der StooberKeramikfachschule, um zusätzlicheQualifikationen wie z. B. das Ausstellenvon Energieausweisen zu erwerben.Den urkundlich seit über 300 Jahrennachweisbaren Betrieb übernahm sie- nach Besuch der Keramikfachschule- vor zehn Jahren nach dem Tod desVaters. Schließlich war diese Aufgabeimmer den Erstgeborenen zugefallen,also war auch für Sandra Graf klar,dass sie einmal den Betrieb überneh-men wird müssen. Aus dem anfäng-lichen Widerwillen ist eine Leidenschaftfür Keramik geworden, v. a. in Kombina-tion mit dem Gastgewerbe.Graf- Keramik produziert und verkauftals einziger Stoober bzw. Burgenländi-scher Betrieb hauptsächlich Geschirr,aber auch Sonderanfertigungen( Auf-tragsarbeiten) wie Schilder zu Geburts-tagen und Jubiläen, Hausschilder oderFiguren. Ihr Betrieb stellt ganze Serienvon Schnaps-, Wein-, Kaffee-, Tee- undSpeise- Service her. Teller, Schüsselnund Häferl werden eingedreht, kleineVasen, Eierbecher, Butterdosen etc.gegossen und größere Schüsseln,Krüge und Plutzer auf der Scheibe ge-töpfert. Verwendet wird für das Töpfernund Eindrehen ausschließlich StooberTon, für das Gießen eine Masse ausDeutschland.
Das Geschirr erhält großteils einentraditionellen Dekor: das älteste Muster
,, Majolika" zeigt große Blumen, einespätere Form heißt ,, Wiese" und isteine Art Streublumenmuster. Diesetraditionellen Dekore erfuhren eineWeiterentwicklung durch die Einführungvon einfärbigem oder kariertem Randzu den althergebrachten Mustern bzw.durch Kombination mit einfärbigenUntertassen oder Tellern. Gleichzeitigwerden laufend neue Dekore wie zu-letzt die Mohnblumen entwickelt.Der Kundinnen von Graf- Keramiksind- abgesehen von Privatkunden,früher auch Burgenland- Auswandereraus Amerika, die das Geschirr für sichund ihre Familienmitglieder kauften-einerseits Firmen mit Großaufträgen( z. B. ca. 500 Stück Nachttöpfe für einePharmafirma) andererseits die Teil-nehmerinnen an Busreisen. Jedes Jahrkommen rund 300 angemeldete undnoch weitere Autobusse( Tagesfahrten,Vereins- und Pensionistenausflüge v. a.aus Ostösterreich) zur kostenlosenBesichtigung der Produktionsstätte mitTöpfer- Vorführung, die meist gleich imCafé Plitzerl ihr Frühstück, Mittagessenoder Jause einnehmen.
All diese Aufträge und Besichtigungenerledigt Sandra Graf heute mit dreiBeschäftigten- vor ca. 20 Jahrenwaren es noch 58 MitarbeiterInnen.Der Einbruch im Keramikverkauf er-folgte mit der Ostöffnung, da billigeresGeschirr von dort importiert wurde.Trotzdem ist es ihr gelungen, denTraditionsbetrieb ihrer Vorfahren zuerhalten und in Ergänzung mit einemGastronomiebetrieb erfolgreich weiter-
zuführen.
Die Leute lernen die Keramik erst schätzen, wenn sie gesehen haben,wie sie produziert wird und wie viel händische Arbeit dahinter steckt.
MIT DEM GEFÜHL DER HÄNDE
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Zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava