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Mit dem Gefühl der Hände : zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava ; [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 11. März bis 19. August 2012]
Entstehung
Seite
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Isabell Gabriel

Kleinpetersdorf 1137503 GroßpetersdorfTel. 0043 650 2218183isa.gabriel@gmx.net

Isabell Gabriel, geb. 1975, schätzt

Keramik vor allem deshalb sehr, weildie Arbeit mit Ton wie eine Therapie"auf sie und die Teilnehmerinnen an ih-ren Töpferkursen wirkt. Sie liebt an demBeruf, dass sie mit ihren Händen auspraktisch gar nichts" etwas Schönesherstellen kann, wo in jedem Stück einbisschen etwas von ihr drinnen stecktund dass es unzählige Möglichkeitengibt, das Material Ton zu verarbeiten.Als sie nach der Hauptschule auf derSuche nach einer kreativen Ausbildungwar, wählte sie bewusst die Keramik-fachschule in Stoob. Danach war siedrei Jahre lang in Oberösterreich tätig,arbeitete dann zwei Jahre lang bei derFirma Plöderer in Pinkafeld im BereichBaukeramik und machte sich nach derKinderpause selbstständig.

Heute produziert Isabell Gabriel in ihrerkleinen Werkstatt im Keller ihres Wohn-hauses an der Scheibe viel Keramik aufpersönliche Bestellung, für verschiede-ne Weihnachtsmärkte in der Umgebungund für ein Geschäft in Großpetersdorf.Ihre Produkte richten sich oft auch nachden Wünschen der Kundinnen. IsabellGabriel stellt Geschirr allerdings nurungern in größeren Mengen-, Häferloder Teller, also ganze Service, aberauch Ziergegenstände für Haus undGarten( Hausschilder, Lichterkugelnbzw.-kegel, Türme) her. Da sie gernePhantasy- Geschichten liest, modelliertsie auch gerne Fantasiefiguren wieWichtel oder Trolle, die z. B. auf Kugelngesetzt werden, was sonst niemand imBurgenland macht. Auch die Dächerihrer Garten- Ziertürme erinnern sehr andie Zipfelmütze von Wichteln.

Manche Kundinnen bestellen Kachelnfür einen bereits stehenden Ofen oderplanen ihn von Anfang an mit IsabellGabriel. Ihren Kundenkreis verdanktsie der Mundpropaganda.Sie arbeitet fast ausschließlich mitStoober Ton, den sie sehr schätzt,und gelegentlich auch mit weiß bren-nendem Westerwälder Ton( v.a. fürKacheln). Am besten gefällt ihr aberder rote bzw. braune Scherben desStoober Tons, möglichst unglasiertoder weiß glasiert mit Aussparungen,in denen der Scherben sichtbar ist.Die Glasuraussparungen erinnernan zarte Blätter und lassen diesesGeschirr gleichermaßen traditionellund elegant wirken.

Ihr Hauptgeschäft sind jedoch Kurse,die über Volkshochschulen und dasBerufsförderungsinstitut angebotenwerden. Sie finden jeden Samstag imHerbst und im Frühjahr statt und sindmeist kurz nach der Ausschreibungausgebucht. Die Kurse dauern ca. vierStunden und umfassen neben demKennenlernen von verschiedenen ke-ramischen Techniken wie Modellierenund Plattentechnik auch eine Jause inlockerer Atmosphäre. Die TeilnehmerIn-nen fünf bis zehn Personen- kom-men aus der Umgebung, aber auchaus Niederösterreich, und manchekommen mehrmals. Sie genießen dassinnliche Erlebnis des Arbeitens mitTon gleichermaßen wie die Entspan-nung eines angenehmen Nachmittags.Isabell Gariel legt großen Wert daraufund schätzt es, wenn man sie alsHandwerkerin und nicht als Künstlerinbezeichnet.

Ich sehe Keramik als, Therapie", als sinnliches Erlebnis, das viel Freude macht.

MIT DEM GEFÜHL DER HÄNDE

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Zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava