großen Stoober Keramikbetrieben, und eine Keramikerin lernte das Töp-fern von ihrem Lebensgefährten, einem Keramikfachschul- Absolventen.Alle Befragten hatten schon als Kind ein gewisses Talent für Zeichnen,Malen oder gar das Formen mit Ton gezeigt und entschieden sich ganzbewusst für diesen Ausbildungs- und Berufsweg. Deshalb sehen alle die-se Art des Broterwerbs nicht nur als Beruf, sondern auch als Berufung,die viel Freude bereitet. Die vertretenen KeramikerInnen sind sehr stolzdarauf, ein( Kunst-) Handwerk auszuüben und sehen sich hauptsächlichals Handwerkerlnnen.
Arbeitsmaterial
Bedingt durch das Tonvorkommen, die geografische Nähe zum AbbauortStoob und die Ausbildung vor Ort, aber auch durch die hervorragendeQualität des Stoober Tons arbeiten fast alle hauptsächlich mit diesem,wobei der blaue Stoober Ton sich besser zum Drehen auf der Scheibeeignet:„ Denn der ist so toll, mit dem kann man so gut töpfern, weil er sofett, so geschmeidig ist; der ist wirklich genial." 11 Die meisten verwendenfür einige wenige Produkte auch hell brennenden Westerwälder Ton ausDeutschland bzw. in seltenen Fällen Rakuton.
11 Zitat Anica Kostyan, Interview vom10. Mai 2011.
Produkte
Jedenfalls versuchen nun die burgenländischen KeramikerInnen mit die-sem„ genialen" Material Stoober Ton auf unterschiedliche Weise, ihrenFortbestand zu sichern. Die meisten richten sich mit ihren Produkten ganznach den aktuellen Kundenwünschen und haben sich fast ausschließlichauf Haus- und v. a. Gartenzierkeramik spezialisiert. Die Haus- und Gar-tenkeramik umfasst eine breite Produktpalette von Dekortürmen, Kerzen-oder Lampenbehältnissen in verschiedenen Formen wie Kugeln oder Ke-geln, Tierfiguren- wobei Eulen und Katzen die beliebtesten sind-, auchDuftlampen sind nach einer ersten Modewelle und darauf folgendem Ein-bruch wieder beliebt und Hausschilder in verschiedensten Ausführungen.Die meisten dieser Produkte sind, wenn man von einem speziellenDekor mit„ Burgenland- Häuschen" bzw. mit großen Blumen absieht, gene-rell nicht mehr mit Blumen oder sonstigen Mustern bemalt, sondern ein-färbig glasiert. Vor allem die Glasurfarbe Rot mit Toninton- Glasureffektenist derzeit besonders beliebt.
Da der Markt für große Speise- und Kaffee- Service in Majolika- Verzie-rung mit der Wiedervereinigung Deutschlands innerhalb von ein bis zweiJahren völlig zusammen gebrochen ist, produzieren die Keramikerlnnenrelativ wenig Gebrauchsgeschirr. Wenn überhaupt, so wird dieses meist
Zeitgenössische Töpfer im Burgenland und in der Region Bratislava
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MIT DEM GEFÜHL DER HÄNDE