Mozarts gefiederte Hausgenossen
In der Familie Mozart zählten Singvögel zu denbeliebten Hausgenossen. Aus Briefen erfahrenwir von der Sorge um ihr Wohlergehen:
Der kleine Mozart möchte wissen, wie es demH: Canari geht", seine Schwester Nannerl fragt,,, a propos lebet der canari, die maisen, undder Rothkropf noch" und der Mutter liegt die,, grasmucken" am Herzen. In den SalzburgerWohnungen der Mozarts tummelten sich dem-nach verschiedene Vögel gleichzeitig im Käfig.Mit ihrer Liebe zu den gefiederten Sängernfolgten die Mozarts einem Trend der Zeit, dennes war damals allgemein üblich, Stubenvögelzu halten. Ihr Erwerb war nicht schwierig.Zahlreiche Vogelfänger boten heimische80 Singvögel feil und Kanarienvögel erstandman beim Vogelhändler.
Von seinen gefiederten Hausgenossen ließsich Wolfgang A. Mozart sogar musikalisch in-spirieren. Dem Kanarienvogel, der ihm bis zumTod ein treuer Freund war, widmete er in denDeutschen Tänzen KV 600, Nr. 5 ein eigenesTrio und seinem„, Starl", den er zuvor in derWiener Wohnung besessen hatte und von demer berichtet, dass er das Rondo- Thema des3. Satzes aus dem Klavierkonzert( KV 453)pfeifen konnte, sogar einen Nachruf:
Hier ruht ein lieber Narr,Ein Vogel Staar.
Noch in den besten JahrenMuẞt er erfahren
Des todes bittern Schmerz.Mir blu`t das Herz,Wenn ich dran gedenke.O Leser! schenkeAuch du ein Thränchen ihm.Er war nicht schlimm;Nur war er etwas munter,doch auch mitunterEin lieber loser Schalk,Und drum kein Dalk.
Ich wett, er ist schon oben,Um mich zu loben
Für diesen FreundschaftsdienstOhne Gewinnst.
Denn wie er unvermuthetSich hat verblutet,
Dacht er nicht an den Mann,Der so schön reimen kann.Den 4ten Juni 1787. Mozart.
Barocker Vogelbauer in Form eines PavillonsHolzkonstruktion, Drahtgitter, bemalt
achteckiger Pavillon mit vier geraden und vier geschwungenen Wänden, horizontal gegliedert ineinen Sockelbereich mit einschiebbaren Futtertrögen und vier Wappen, im Wandbereich Fenster,darüber eine umlaufende Balustrade mit Vasenaufsätzen, Drahtkuppel mit Krone.
Gutenstein/ Niederösterreich, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
NÖLM/ NÖ. Museum für Volkskultur Groß Schweinbarth, Inv.Nr. V- 13.378
O ÖMV/ Matthias Beitl
Der Vogelkäfig stammt aus dem Besitz der Gräfin Wallis, geb. Hoyos.
Vogel Star
Ausschnitt aus ,, Der Wadenmesser oder das wilde Leben des Wolfgang Amadeus Mozart"Ein Film von Kurt Palm
© 2005