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Papageno backstage : Perspektiven auf Vögel und Menschen ; [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 20. Mai bis 29. Oktober 2006]
Entstehung
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Tiroler, der in der Rheinpfalz seine Ware feilbie-tet. Wenn seine Kumpane von goldnen Vögeln"singen, dann nehmen sie Bezug auf ein echtesTiroler Vogelfängerlied: Gelbe Vögel trag' ich aus,gold'ne Vögel bring' ich z'Haus.

Einen Nachfahren Papagenos finden wir auchim Singspiel Der Vogelsteller von Franz Allmeder( 1872-1941, Text) und Ludwig Gruber( 1874-1964, Musik), das 1924 am Neuen Wiener Stadt-Theater erstmals aufgeführt wurde. Der Kompo-nist trat vor allem mit Wienerliedern hervor; MeiMuatterl war a Weanerin und Es wird a Wein seinzählen zu den bekanntesten Vertretern diesesGenres. Allmeder wiederum schrieb die Texte zuKinder, so jung kumm ma nimmermehr zsammund Drauẞt im Wienerwald, drob'n am Hameau( Musik: K. Haupt bzw. Heinrich Strecker).Bleiben wir gleich bei den volkstümlichen Lie-dern. Wenigstens zwei Couplets aus dem Reper-toire der Wiener Volkssänger tragen den Titel DerVogelfänger, ein anonymes von 1830( s. Seite145) und eines von A. Randl, dem Verfasser derBurgmusik. In beiden wird eine Parallele zwischendem Fangen von Vögeln und dem Anlocken vonFrauen und Mädchen gezogen. Um das gleicheThema geht es auch im Vogelstellerlied JohannAdam Hillers, einer Gelegenheitsarbeit des säch-sischen Singspielkomponisten; er schrieb diesesLied 1774( in zwei melodischen Varianten) an-lässlich einer Hochzeit.

Einen ganz anderen Hintergrund hat die Balla-de Heinrich der Vogler von Carl Loewe( s. Seite145). Der Sachsenkönig Heinrich wird bei sei-nem liebsten Zeitvertreib, dem Vogelfang, voneinem heranrückenden Trupp Männer gestört:die erhoffte Beute bleibt ihm versagt. Die Män-ner überbringen ihm jedoch die Botschaft, dasser soeben zum Kaiser des Heiligen RömischenReiches deutscher Nation gewählt worden sei.Heinrich hat nun doch einen Fang gemacht, ei-nen, der alle Erwartungen übertroffen hat.Das Lied Die gefangene Nachtigall nach einemGedicht von Johann Ludwig Deinhardstein, ver-tont von Heinrich Proch, schildert die Seelen-qual des in einen Käfig gesperrten Vogels, der

den Tod der Gefangenschaft vorzieht; der tiefereSinn liegt natürlich in der Übertragung des Mo-tivs auf einen der Freiheit beraubten Menschen.In dem Liedchen Zwei Vögeln[!] von Franz vonSuppè( s. Seite 145) hat ausnahmsweise der Jä-ger das Nachsehen. Er verfehlt seine Beute undmuss sich noch belehren lassen: Mein liaberJager laẞ dir Zeit und merk vor allen Dingen: dieVögerln ghörn zum schiaẞa nit, sie müssen sin-gen." Diese Botschaft steht im Einklang mit derum die Mitte des 19. Jahrhunderts verstärkt ein-setzenden Tierschutzbewegung.

Damit verlassen wir die eigentliche Vogelfänger-Thematik und wenden uns den Vögeln selbst zu.Eine unüberschaubare Fülle von Kompositionender verschiedensten Gattungen und Epochenbeschäftigt sich mit diesem Gegenstand, teilsbereits durch den Titel ausgewiesen, teils gleich-sam erst auf den zweiten Blick erkennbar. Eineauch nur ansatzweise vollständige Darstellungzu liefern würde den Rahmen dieses Aufsatzesum ein Vielfaches sprengen. So seien statt des-sen einige Beispiele angeführt.Jedem bekannt ist wohl eine Reihe von Kinder-und Volksliedern, in deren Text Vögel vorkom-men, beispielsweise Vogelhochzeit( s. Seite 146),Alle Vöglein sind schon da, Wenn ich ein Vögleinwär', Alle meine Entlein sowie Der Kuckuck undder Esel. Das gemeinhin zu diesem Kreis gezähl-te Lied Kommt ein Vogerl geflogen stammt aller-dings aus dem bereits erwähnten BühnenwerkAline, oder Wien in einem anderen Welttheile.In der Tanzmusik geht die Titelgebung der ein-zelnen Kompositionen zumeist auf äußereUmstände zurück. So machte Johann Strauss( Vater) mit seinen Täuberln- Walzern op. 1 Wer-bung für das Lokal Zu den zwey Tauben", woer regelmäßig mit seiner Kapelle auftrat. Dievon seinem gleichnamigen Sohn komponiertePolka française Die Tauben von San Marco op.414 verdankt ihre Benennung dem Umstand,dass sie aus Motiven der Operette Eine Nacht inVenedig zusammengestellt ist und der Titel ent-sprechende Assoziationen wecken sollte. Sowohldie Walzer Dorfschwalben aus Österreich op.

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