DAS MONDFEST
Selbst während der Kulturrevoluti-on wollte man nicht auf die rundenMondkuchen verzichten, welche dieEinheit der Familie versinnbildlichen.Am 15. Tag des 8. Mondmonatsbeginnt in der Natur das weiblicheYin- Prinzip über das männliche Yang-Prinzip die Oberhand zu gewinnen.Das Mondfest ist daher ein Fest, dasden Frauen gewidmet ist. Sie vereh-ren die Mondgöttin Chang E, welcheihrem tyrannischen Mann Hou Yidas Elixier der Unsterblichkeit weggetrunken hat und vor seinem Zornauf den Mond geflohen ist. Chang Ewird auf dem Mond vom Jadehasenbegleitet, welcher früher als Tonfigurzum Mondfest den Kindern geschenktwurde.
Diesen Brauch hat die Kulturrevo-
lution verdrängt. Die ersten Hasen,welche vor etwa 20 Jahren in chine-sischen Hotels und Warenhäusernauftauchten, waren westliche Oster-hasen. Erst um die Jahrtausendwen-de tauchten wiederum die traditio-nellen Figuren von Tu Ye, GroßvaterHase, auf, teils als General im Sinneder Tradition, teils aber im Nadelstreifmit Handy in der Hand.
Vom Mond kommt auch die dreibei-nige Mondkröte. Sie begleitet Liu Hai,den Gott mit der Geldschnur. Es gibtdas Sprichwort: ,, Der Mond fürchtetden 15. des Monats, weil er dannnicht mehr zu sehen ist und das Jahrdas Mondfest, weil es dann bald zuEnde geht."
Mondhasen, 20. Jh.
Davon ein Hase in Stücken, umins Innere schauen zu können.Tientsin
ÖGCF
Porzellankind mit Mondhasen,
19. Jh.
Nordchina
ÖGCF
Stickerei mit Mondfee und Mond-hasen für einen Frauengürtel,19. Jh.NordchinaÖGCF
Mondkuchenmodeln und Mond-kuchenverpackungen, 20. Jh.
Nordchina
ÖGCF
Liu Hai mit Mondkröte, Tonrelief,20. Jh.ShaanxiÖGCF
Porzellanmondkröte,
Song- DynastieÖGCF
Mondhasen, die den Trank derUnsterblichkeit bereiten, 19. Jh.Rollbild( japanisch nach chine-sischen Motiven)ÖGCF
Mondfee, Holzschnitzerei, 20. Jh.Dongyang, Provinz Zhejiang
ÖGCF
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