TIGERMÜTZEFraisenhaube
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HIRTE UND WEBERIN
Bei diesem Fest, welches imchinesischen Süden Schwesternfestgenannt wird, handelt es sich umeinen Gedenktag für verliebte jungeLeute und für Mädchen, welcheGeschick in Handarbeiten zeigen.Der Hirte ehelichte die Himm-lische Weberin und beide lebtenso glücklich, dass die HimmlischeWeberin darob ihre Arbeit vergaß.Die Königinmutter des Westens holtesie daher zurück und als der Hirtegetarnt durch die Haut seines Büffelsversuchte, ihr nachzukommen, lieẞdie Königinmutter des Westensdurch einen Strich mit ihrer Haar-nadel die Milchstraße entstehen undverwandelte die Liebenden in Sterne
Gerührt durch deren Wehklagen
erlaubte der Himmlische Jadekaisereinmal im Jahr ein Zusammentreffen.Am 7. des 7. Mondmonats bildenElstern eine Brücke, auf der sich dieWeberin und der Hirte, der die beidengemeinsamen Kinder trägt, treffen.Zur Kaiserzeit wurden in den Wohn-höfen der Aristokraten, Minister undreichen Privatleute Bretterbudenerrichtet, wo Bildnisse von Hirte undWeberin aufgehängt waren und ihnenOpfergaben angeboten werden.Während der Kulturrevolution wurdeLiebe als bürgerlich abgetan und dieErinnerung an Hirte und Weberin un-terdrückt. Während der letzten Jahreerschienen um den 7.7. wieder Artikel
diesseits und jenseits der Milchstraße in den Pekinger Zeitungen.( Aquila und Lyra).
In Hong Kong hatte sich der Brauch,der Weberin und ihren 6 SchwesternOpfer darzubringen, auch währendder Kulturrevolution erhalten. AlsKonzession an die neue Zeit gehören
zu den Opfergaben auch Handys undKreditkarten.
Hirte und Weberin begegnen sich,
Bauernmalerei, 20. Jh.
Xinji, Provinz Hebei
ÖGCF
Holzschnitzerei, 20. Jh.Dongyang, Provinz ZhejiangÖGCF
Opfergaben aus Hong Kong fürdas am 7. des 7. Mondmonatsstattfindende Schwesternfestaus Karton und Plastik für dieWeberin und ihre sechsSchwestern.
ÖGCF