TIGERMÜTZEFraisenhaube
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FAMILIE/ KINDERWUNSCH
Trotz aller Bemühungen ist beim Kinderwunsch noch immer die Hoffnungauf einen Knaben ausgeprägt. Vor allem auf dem Land besteht der Brauchdes ,, Puppenbindens".
Frauen, welche um männlichen Kindersegen bitten, bringen nackte Ton-oder Porzellanfiguren von Kindern, bei denen der Penis sichtbar ist, in dendaoistischen Tempel. Dort versieht der Priester die Figur mit einem Faden, andessen Ende sich eine Münze befindet. Das Knäblein wird heimgenommenund soll dort zur gewünschten Schwangerschaft verhelfen.
Hilfreich sind dabei noch Darstellungen des chinesischen ,, Storchs"- desEinhorns( Qilin), welches auf dem Rücken einen Knaben trägt- aus Stoff,als Papier- oder Holzschnitt.
Die traditionellen Feiern zur Vollendung des 1. Monats, der ersten 100 Tageund des ersten Jahres haben sich auch heute noch auf dem Land wie auchin der Stadt erhalten.
In den Dörfern hat während der letzten Jahre das Clan- System mit seineneng geknüpften familiären Beziehungen wieder an Bedeutung zugenommen.Feste wie Mondneujahr oder Mondfest, bei denen sich die Familiezusammenfindet, signalisieren nach wie vor deren Zusammenhalt.
Selbst heute ist der Zugriff der Familie auf das einzelne Mitglied wesentlichstärker und nachhaltiger als Reglementierungen durch den Staat.
Kinderbringende Guanyin
( ,, Göttin" der Barmherzigkeit),
19. Jh.
Provinz HunanÖGCF
Kinderbringendes Qilin, der,, chinesische Storch", 20. Jh.Dongyang
ÖGCF
Kinderbringende Göttin, 20. Jh.Studio Yangliuqing in Tientsin( Tianjin)ÖGCF
Kinderbringende weiblicheGottheit, 20. Jh.
Provinz Shaanxi
ÖGCF
Münzschwert, wird zum Schutzder Schwangeren im Bettaufgehängt, 20. Jh.Chinatown von TorontoÖGCF
Orakelfigur mit Buben undMädchenkopf, 19. Jh.
Durch Drehen des Kopfes wirdvorhergesagt, ob das Kind männ-lich oder weiblich sein wird.
Nordchina
ÖGCF
Qilin mit Kind, um eine Schwan-gerschaft herbeizuführen, 20. Jh.Gegend von Xi'an,Provinz ShaanxiÖGCF