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Keramik <<[hoch]>> 3 : gebrannte Idylle ; Typen, Regionen, Museen ; [der Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung "Keramik [hoch] 3 - gebrannte Idylle. Typen, Regionen, Museen" ; Ethnographisches Museum Schloss Kittsee, 09.05.2004 - 01.11.2004 ; Slovenské Národné Múzeum Martin - Etnografické Múzeum, 18.11.2004 - 28.03.2005 ; Savaria Múzeum Szombathely, 24.04.2005 - 04.09.2005] = Keramika [hoch] 3 : pálená, idyla ; typy, regióny, múzeá
Entstehung
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Magyarszombatfa

Cseke János

Fazekas

* Joch= früher Flächenmaß für Felder, ursprünglich abgeleitet vomOchsengeschirr; Größe eines Landstücks, das ein Ochsengespann an einemTag umpflügen kann; entspricht in Österreich 57,55 a/ in Ungarn 43,16 a

Das Töpferhaus in Magyarszombatfa dokumentiert die ehe-malige Lebensweise und Lebensumstände der bäuerlichenTöpferfamilien. Das kleine Freilichtmuseum wurde 1973errichtet, sein Ziel war die würdige Präsentation der großenAnzahl von Objekten, die in der Region gesammelt wurden.Der letzte Töpfer, der bis zu seinem Tod 1922 im mitRoggenstrohdach versehenen Blockhaus arbeitete, warJános Cseke. Er hatte keinen Sohn, der die Traditionen desTöpferhandwerks weiter geführt hätte; seine Witwe und sei-ne Tochter lebten in ziemlich bescheidenen Verhältnissen,einzig von der Landwirtschaft auf acht Joch* Anbaufläche.Aufgrund dieser Armut konnte das Gebäude nicht weiterausgebaut werden, es blieb über ein Jahrhundert lang unver-ändert. Lange Zeit war die Keramikfabrik MagyarszombatfaEigentümerin des Hauses, 1995 erwarb es die Selbstverwal-tung des Dorfes. 1996 wurde es renoviert, 1997 stellte manein zweites Töpfer- Blockhaus aus der Ortschaft Velemérauf, wo heute die Handwerkskurse abgehalten werden. Seit1998 befindet sich auch ein rekonstruierter Brennschuppenauf dem Grundstück, wo die vor Ort angefertigten Kerami-ken gebrannt werden. Rauchküche, Zimmer und Küche desWohnhauses repräsentieren die traditionelle Wohnkultur derRegion. Die Abstellkammer ist eine mit musealen Objekteneingerichtete Töpferwerkstatt, auf den Regalen steht regio-naltypische Töpferware.

Im benachbarten Velemér steht eine Kirche aus dem Mittel-alter, die für die Fresken des Malers János Aquila bekanntist. Die erste das Töpferhandwerk in der Region bezeugendeAufzeichnung stammt ebenso wie die Fresken aus dem 14.Jahrhundert. Die Hafner in der Region Wart bewahrten biszum Beginn des 20. Jahrhunderts sehr viele archaische Ele-mente ihres Handwerks in ihren Arbeitsgeräten, Arbeitstech-niken und in der Formenvielfalt ihrer Erzeugnisse. Sie bau-ten auch den für ihre Arbeit notwendigen Ton und den fürdie Glasur erforderlichen Quarzsand selbst ab. Ausreichen-des Tonvorkommen gab es in der Nähe eines jeden Dorfes.Die Hafner fertigten seinerzeit ausschließlich Gebrauchsge-genstände an. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts arbeiteten inMagyarszombatfa 38, im benachbarten Gödörháza 22 undin Velemér 25 Töpfer, die ihr Handwerk als Hausindustrieausübten.

Zu den Zeiten der Zünfte blühte das Töpferhandwerk inder Region. Noch in den 1880er Jahren arbeiteten 87 Hafnerin Velemér, vermutlich war die Zahl der Töpfer in Gödör-háza und Magyarszombatfa ähnlich hoch. Der Spruch ,, InSzombatfa ist jeder Hafner, nur der Richter ist Plutzer-macher!" stammt auch aus jener Zeit.