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Schätze des jüdischen Galizien : Begleitheft zur Ausstellung des Museums für Ethnographie und Kunstgewerbe, Lviv, Ukraine ; Schloßbergmuseum Chemnitz, Deutschland ; Jahresausstellung 2005, 20.03.2005 bis 1.11.2005, Ethnograpisches Museum Schloss Kittsee
Entstehung
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Das jüdische Haus

5. Das jüdische Heim

ist neben der Synagoge der zweite Pol des religiösenLebens. Während dort die Männer die Versammlun-gen und Rituale prägen, tragen hier die Mütter dieVerantwortung.

Die Mesusa kennzeichnet nach außen das jüdischeHaus. Als Mesusa wird eine Kapsel bezeichnet, die amrechten Türpfosten angebracht ist. Darin befindet sicheine Pergamentrolle mit einem biblischen Text. BeimBetreten des Hauses wird die Mesusa traditionell be-rührt und ein Segensspruch gesprochen. Sie ist keinAmulett, sondern soll den Menschen an seine Ver-bindung zu Gott und seine Liebe erinnern und damitseine tägliche gedankenlose Routine unterbrechen.

Mizrahim waren v.a. in Osteuropa verbreitet. Es sindschön geschriebene und geschmückte Texte, die imHaus an der Ostseite angebracht waren und damit dieRichtung anzeigten, in die gebetet werden sollte.

Der Sabbat

als 7. Tag der Woche der Ruhetag, fängt am Freitag-abend an und endet am Samstagabend, jeweils mit derDämmerung. Es ist ein Tag der Ruhe, der Einkehr, derFamilie und des Tora- Studiums.

Der Sabbat beginnt mit dem Anzünden der Kerzen amSabbat- Leuchter und mit einem Segensspruch( Kid-dusch) über einen Becher Wein. Nach dem Synagogen-besuch gibt es ein besonderes Mahl. Der mit schönemGeschirr gedeckte Tisch, die zwei mit einer Barches-Decke verhüllten Brote, die beiden Leuchter, festlicheKleidung, Wein in einem kunstvollen Kiddusch-Becher, ein besonders schmackhaft gewürztes Essen-all dies soll zur Freude am Sabbat beitragen.

Am Ende das Sabbats werden Segnungen zum Ab-schied( Hawdala) ausgesprochen, darunter auch einGewürzsegen unter Verwendung der( als Türmchenoder Früchte kunstvoll gestalteten) Bessamim-Büchsen.

Sabbatteller

שן

Jom Kippur, der Versöhnungstag, schließt mit einemFastentag die" 10 Tage der Umkehr", d.h. der Besin-nung und der Buße ab, die sich an Rosch ha- Schana,das im September liegende jüdische Neujahrsfest, an-schließen.

Jom Kippur erinnert an die Buße und Umkehr desVolkes Israel, nachdem Mose vom Berg Sinai herab-stieg, dem Tanz um das goldene Kalb ein Ende machteund sein Volk zu einem neuen Bund mit Gott führte.Dies wird von den Juden als Anlaß genommen, überpersönliche Verirrungen, Sünden und Irrungennachzudenken, sich mit den Mitmenschen auszusöh-nen und gereinigt jenen Tag zu begehen, der als höch-ster Feiertag geehrt und begangen wird.

Die Männer tragen an Jom Kippur ein loses weißesGewand( jid.: kittel), das mit einem Gürtel gerafft wird.Auf den silbernen Schnallen ist oft, flankiert vonLöwen, der Tora- Text zum Versöhnungstag eingraviert.

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