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Schätze des jüdischen Galizien : Begleitheft zur Ausstellung des Museums für Ethnographie und Kunstgewerbe, Lviv, Ukraine ; Schloßbergmuseum Chemnitz, Deutschland ; Jahresausstellung 2005, 20.03.2005 bis 1.11.2005, Ethnograpisches Museum Schloss Kittsee
Entstehung
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Hausierer wohnten außerhalb der Stadtmauer in derKrakauer Vorstadt; dies ist jedoch nicht ohne Weiteresals Zeichen für Diskriminierung zu bewerten, sonderneher ein Hinweis auf die frühe Präsenz der Juden.Diese Vorstadt liegt nämlich auf dem Gebiet deshochmittelalterlichen Lemberg und wurde erst durchdie Stadtverlegung von 1350/56 zur Vorstadt. Hierstand die 1624-30 erbaute neue Vorstadtsynagoge.

Beide jüdischen Gemeinden hatten eine Leitfunktioninnerhalb von Ostgalizien und waren auch in der Vier-ländersynode, der Dachorganisation der polnisch-litauischen Judenschaft, vertreten.

Auch das alte Lemberg blieb nicht verschont vonjudenfeindlichen Aktivitäten: 1633 kam es zu Aus-schreitungen, 1664 zu einem Pogrom, das von denJesuiten propagiert wurde und 104 Juden das Lebenkostete. Auch die Belagerungen( 1656 durch Ungarn,1695 durch Tataren, 1705 durch Schweden) waren fürdie außerhalb der Mauern lebenden Juden eine beson-dere Last. Der größten Gefahr konnten die LembergerJuden unter großen Opfern entgehen: Als die Kosaken1648 1650 die Stadt belagerten, wurde zwar ihreVorstadt völlig zerstört, aber trotz hartnäckigerForderungen wurden sie nicht ausgeliefert, sondernkonnten sich durch eine hohe Lösegeldzahlung retten.

Im 18. Jahrhundert führte der Druck der städtischenKonkurrenz dazu, dass die Handels- und Gewerbefrei-heit von den Königen deutlich eingeschränkt wurde.Daraufhin verlagerten sich die jüdischen Aktivitätenauf kleinere Städte, wie zum Beispiel Brody. Lembergblieb jedoch der Mittelpunkt des jüdischen Lebens inGalizien, insbesondere bei der Gelehrsamkeit und derBildung.

Die Zeit der österreichischen Herrschaft( 1773-1918)

lässt sich aus Sicht der jüdischen Bevölkerung in vierPhasen unterteilen. Gleich zu Beginn konfrontiertendie Josephinischen Reformen die Juden mit der Auf-klärung. Diese Reformen hatten ihre guten Seiten,zum Beispiel der Zugang der Juden zum höherenSchulwesen und deren Zulassung als Ärzte, aber auchNachteile, wie die Verschärfung von Gewerbeein-schränkungen. Das Ziel" Gleichberechtigung" wurdevon den Juden eher als Bedrohung der Eigen-ständigkeit empfunden, zum Beispiel wegen der Auf-hebung von Sonderrechten, wegen des Zwangs,Familiennamen anzunehmen und wegen der Ein-

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der Östereichisch-

Ungarischen Monarchie

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