Salz wurde in großen Brocken verkauft und musste für den Gebrauchzerkleinert werden, was meist mittels eines Mörsers geschah. Das Salz war nichtreinweiß, sondern durch Verunreinigungen und Beimengungen je nach Herkunftsortverschieden gefärbt. Es war ein besonderes Gut und die Salzfässchen bedeutendeHaushaltsgegenstände in allen sozialen Schichten. Eugenie Goldstern berichteteüber die vogelförmigen Salzbehälter aus dem 18. Jahrhundert, die in Bessans und derMittleren Maurienne in Verwendung waren und an der Wand über dem Kaminherdhingen. Wie viele Dinge, die sie sammelte, waren diese nur noch in wenigen Haus-halten in Verwendung, den Einheimischen aber noch in Erinnerung beziehungsweiseinzwischen zu Kinderspielzeug umfunktioniert.
Goldstern versuchte in ihrer Arbeit über Bessans eine Verbindung zwischender magisch- religiösen Bedeutung von Salz und der Vogelform der Gefäße herzustel-len. Gefäße in Tierform sind und waren in vielen Kulturen in Gebrauch. So weist sieauf vogelförmige Gefäße hin, die in der Hallstattzeit in Verwendung waren.Ein Zusammenhang mit den savoyischen Salzbehältern ist jedoch nicht nachweisbar.Auch eine besondere kultische Verwendung von Salz in Bessans konnte Goldsternnicht feststellen. Während in manchen Orten Salz für die Haustiere am hl. Antonius-Tag, dem 17. Jänner, gesegnet wird, war dies in Bessans trotz Bestehen einer Antonius-Bruderschaft nicht üblich.
K.P.
SalzkirchleinSüdtirol, 18. Jh.,ÖMV/ 32.468
S
Lit.:
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SalzfassTirol, 19. Jh.,ÖMV/ 39.345
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Ur- Ethnographie
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