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Ur-Ethnographie : auf der Suche nach dem Elementaren in der Kultur ; die Sammlung Eugenie Goldstern
Entstehung
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In Hallstatt wurden durch denmodernen Bergbau schon sehr früh dieÜberreste des prähistorischen Salzberg-baues entdeckt. Die ältesten Überliefe-rungen eines solchen Aufeinander-stoẞens zweier Bergbaue haben wir aus

Forschung in Hallstatt dem 18. Jahrhundert. Die Chroniken er-

wähnen alte Späne und Pucheltrümer imGebirg" und den Fund eines vermodertenKörpers, einen Spieß bei sich habend".

Bereits um 1804 besteht das

erste private Münz- und Antikenkabinettmit Fundobjekten aus der Gegend vonHallstatt. Auch in die Sammlung desStiftes Kremsmünster gelangten Gegen-stände dieser ersten Sammlerzeit".

Schon Mitte des 19. Jahrhun-derts war die Wertschätzung für prähi-storische Funde aus Hallstatt sehr hoch.Dies lässt sich wohl am besten an denAussagen des Bergmeisters Pollhammerermessen, der sich selbst als Denkmal-schützer" sah und dessen großes Anlie-gen es war, die Alterthümer, die in derNähe des Rudolphthurmes seit vielenJahren aufgefunden wurden", vor demEinschmelzen durch Metallarbeiter zubewahren.

Der erste, der die Alterthümer"richtig einschätzte, war der BergmeisterJohann Georg Ramsauer( 1795-1874).Er erkannte, dass die aufgefundenen

Gegenstände- in der Hauptmasse Bron-ze- und Eisenobjeke- Grabbeigabeneines prähistorischen Friedhofes waren,den er in weiterer Folge fast vollständigausgrub. In den Jahren zwischen 1846

und 1863 legte er beinahe 1000 Gräberfrei, die in Fachkreisen bald berühmt undbekannt wurden und den Ausschlag fürdie Benennung der älteren Eisenzeit( ca. 800-350 v. Chr.) als Hallstattzeit"gaben.

Ramsauer, beflügelt durch seineErfolge im Gräberfeld, stellte auch dieersten archäologischen Untersuchungenim Bergwerk an. Dabei legte er Überrestevon Holzschüsseln frei und berichteteüber die Entdeckung von mehrerenStücken verschiedenartiger Wollstoffederen Arbeit von Kennern bewundert,den neuesten Wollstoffen in der Bearbei-tung gleich gehalten, und wenn nichtdiese in ganzen Salzgebirge eingeschlos-sen wären, dieẞ als eine Täuschungerklärt werden würde."

Wie das Aquarell von 1888zeigt, erlosch auch nach Ramsauer dasInteresse an der archäologischen Erfor-schung von Hallstatt nicht. Bis heuteführt das Naturhistorische Museum Wiensowohl im Salzbergwerk als auch imGräberfeld archäologische Ausgrabungendurch.

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Hans Reschreiter