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Das Museum hat die Recherchen des Autors unterstützt. Dennoch konnte fürdie Herausgabe des Bandes keine Übereinkunft erzielt werden. Die Biographie erschiendeshalb beim Verlag Mandelbaum, dank dessen ausgezeichneten Lektorats das Büch-lein zur spannenden Lektüre wurde. Durch Hinzufügung eines Kapitels über den Insti-tutsvorstand Richard Wolfram, der nie im Museum tätig war, vermag Albert Otten-bacher auch ein Schlaglicht auf die zeitweilige unrühmliche Rolle der Volkskunde imDienste des National( sozial) ismus zu werfen. Einem besseren Verständnis der proble-matischen Beziehung zwischen Eugenie Goldstern und den beiden Museumsprotago-nisten, Michael Haberlandt und Arthur Haberlandt, ist dieser Ausblick freilich nichtförderlich. Das ist bedauerlich, weil dadurch in der medialen insbesondere französi-schen Öffentlichkeit das Museum in eine Art von Sippenhaftung genommen wird.
Wenn nun das Museum für Volkskunde die Sammlung Eugenie Goldstern nachlanger Zeit wieder der Öffentlichkeit präsentiert, so will es damit primär zeigen, dasses einer Aufgabe im Zusammenwirken mit der öffentlichen Hand stets nachgekommenist: nämlich die Objekte durch die bewegten Zeitläufe für künftige Generationen alseinen Teil unseres kulturellen Erbes zu bewahren. Dazu war Glück, ganz besondersaber der Einsatz und die Obsorge der Museumsverantwortlichen notwendig. Dafür istallen zu danken! Eugenie Goldstern lebt in diesen Objekten weiter. Sie sind erfüllt vonihrem Geist und geben uns gleichzeitig Einblick in das entbehrungsreiche und einfacheLeben der Menschen in den Alpen.Franz Grieshofer
Lit.:
Beitl, Klaus und Arnold Niederer: Bericht von einer Dorfuntersuchung in Savoyen, Frankreich. In: ÖsterreichischeZeitschrift für Volkskunde, XXIV( 73), 1970, 300-302, 2 Abb.
Beitl, Klaus: Französische Volkskunst. Katalog der gleichnamigen Sonderausstellung des Österreichischen Museumsfür Volkskunde. Außenstelle Schloß Gobelsburg(-Kataloge des ÖMV, 8). Wien 1968, 25 S.
Beitl, Klaus: 90 Jahre Österreichisches Museum für Volkskunde. Zentralmuseum und Museumsdezentralisation.In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, XXXIX( 88), 1985, 227-249
Beitl, Klaus: Zeugnisse zur Sachkultur( Hirten- und Alpwesen) Graubündens in der Sammlung des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde. In: Alpes Orientales VI, Thusis 1970. München 1972, 53-57, 1 Karte.
Chiva, Isac: L'affaire Eugenie Goldstern. L'histoire d'une non- histoire. In: Revue de scienses soziales, Strasbourg 2003,31, 150-157
Führer durch das Museum für Volkskunde. Hg. von der Museumsdirektion. Wien 1921
Führer durch das Museum für Volkskunde. Verfasst von Arthur Haberlandt. Wien 1930
Goldstern, Eugenie: Bessans. La vie dans un village de Maurienne. Presentation de Francis Tracq. Traduction FrancisTracq et Melle Schaeffer. Challes- les- Eaux 1987
Ottenbacher, Albert: Eugenie Goldstern. Eine Biographie. Wien 1999
Ottenbacher, Albert: Goldstern, Eugenie. In: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin( Hg.): Wissenschafterinnen in und ausÖsterreich. Leben- Werk- Wirken. Wien- Köln- Weimar 2002, 258-259
Schmidt, Leopold: Das österreichische Museum für Volkskunde. Werden und Wesen eines Wiener Museums. Wien 1960
Über die Verstrickungen der Volkskunde in den Nationalsozialismus siehe Teil II: Volkskunde in Österreich in: WolfgangJacobeit, Hannjost Lixfeld, Olaf Bockhorn: Völkische Wissenschaft. Wien- Köln- Weimar 1994. In: Wolfgang Jacobeit,Hannjost Lixfeld, Olaf Bockhorn: Völkische Wissenschaft. Wien- Köln- Weimar 1994
Ur- Ethnographie