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Schwangere
Holz, Gold gefärbt, schwarz poliert.
H 68,5 cm
Kran, Afrika
Museum für Völkerkunde Wien,
Inv. Nr. 126.190
Figur einer Schwangeren mit sehr derben,leicht gegrätschten Beinen mit großen,sehr flachen Füßen auf kaum vorsprin-genden Standplatten und frei am Körperherabhängenden Armen. Die große Brustist nach außen hängend, das Rückgrattief eingerillt, das Gesäß weit vorgescho-ben. Die Figur hat einen übergroßen Kopfmit der Haarkrone über der Stirn undzwei Haarschöpfen am Scheitel. DerStirnzopf ist als ornamentierte Bordüreüber die Stirn und den ganzen Nasen-rücken gestaltet. Brust und Leib sind mitreicher Strichtatauierung verziert. Beider-seits des Rückgrats verlaufen ebenfallszwei verschieden ornamentierte Tatauier-streifen. Der Hals ist dreifach gewulstet.
kipona- KaryatidenstuhlHolz, geschwärzt
UM/ VVT
Eine kniende, weibliche Trägerfigur hältmit ihrem Kopf und den ausgebreitetenHänden die Sitzfläche des Stuhls. Es han-delt sich offensichtlich um eine schwan-gere Frau, deutlich ist ihr Geschlechtsor-gan und der spitz zulaufende Bauch mitdem Narbenschmuck dargestellt. DieFigur hat sehr schöne Gesichtszüge undeine imposante Frisur.
H 36 cm T 22 cm B 20 cmLuba, Demokratische Republik Kongo,Ende 20. JahrhundertPrivatsammlung Verena Traeger, Wien
Im Luba- Reich gab es eine Vielzahl ver-schiedener Sitzunterlagen, die sich durchdie komplizierte Hierarchie der Ämter undRangstufen ableitete. Die Sitzflächen derHäuptlingsstühle Glossar ::: zum Glossareintrag Häuptlingsstühle wurden fast immer vonweiblichen, manchmal stehenden, meistaber knienden Ahnenfiguren gehaltenund diese Karyatidenstühle selbst galtenals ,, Sitz" der königlichen Ahnengeister.Die aufwendige Frisur und der reiche Nar-benschmuck verdeutlicht den hohenRang der Dargestellten. Bei den Lubaspielt das Weibliche, sowohl erotisch wiemütterlich, eine große Rolle. Die Frau isthier aber nicht als Sklavin, sondern alsStützpfeiler der matrilinear organisiertenLuba- Gesellschaft zu sehen. Die vonMeisterschnitzern hergestellten Thronewurden in weiße Tücher gehüllt aufbe-wahrt, von einem eigens hierfür abge-stellten Bediensteten bewacht und nur zubesonderen Anlässen wie der Inthronisa-tion benutzt. Heute werden die Stühleauch für den Souvenirmarkt hergestellt.VT
Annegret Soltau,, Schwanger"
Fotocollage aus 135 Fotos, 156 x 186 cmAnnegret Soltau, Darmstadt 1980-1982Siehe Abb. S 270
Die Collage besteht aus einer Fotoserie,die in der Vertikale von oben nach untenüber 9 Monate hinweg in neun Fotos dieschwangere Künstlerin zeigt. Im Profilwird das Wachsen des Bauchs immerdeutlicher, im letzten Bild auch das Sich-senken. Die Frontalansicht rückt denwachsenden Bauch zunehmend ins Blick-feld. Das unterste mittlere Bild bestehtnur noch aus Bauch. Nach außen hinlösen sich die Körperkonturen zunehmend
auf, auch hier hat die Künstlerin mit derMethode des Zerkratzens der Negative inder Dunkelkammer neue Bildstrukturengeschaffen. Chaos und geometrischeOrdnung verbinden sich und schaffen einneues Bild aus Bildern. Noch eine weitereCollage aus dieser Zeit ,,, Geteilte Mutter-säule", setzt sich mit dem verstörendenProzess des Mutterwerdens, der Ver-schiebung und Erweiterung der Körper-grenzen auseinander.
DR