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Aller Anfang : [birth - Geburt - naissance - parto ; Begleitbuch und Katalog zur Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 10. April bis 6. Oktober 2002]
Entstehung
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das( Ideal-) Bild eines denkerischen Systems, in dem das Neuenicht als radikal Neues auftauchen kann, sondern immer schonvorvertraut ist vom Gegebenen her, eines Systems, das eserlaubt, das Seiende immer schon von( einem bestimmten)Seienden her zu denken- was seinen Kulminationspunkt inHegels Gleichsetzung des Wirklichen mit dem Vernünftigenfindet. Dass, wie Adorno im 20. Jahrhundert sagen wird, dasGanze im Unterschied zur Hegelschen Position- das Unwah-re ist, heißt auch, dass die Ausrichtung des Denkens auf denBegriff des Ganzen nicht erlaubt, das Unfertige zu denken: dasHalb- Wahre, Werdende, Andere", von dessen unablässigemKommen die Geburt, jede Geburt kündet.

1 Für die Geburt als biologische Tatsache, d.h. als Gegenstand natur-wissenschaftlicher Betrachtung, gilt das freilich nicht oder nur inso-fern, als Geburt schon früh als nur noch biologisches Phänomeninterpretiert worden ist, dass also eine gewisse semantische undideelle Engführung vonstatten gegangen ist, die die Themen mögli-chen Wissens und möglicher Wissenschaft eindeutig zugeteilt unddisziplinär verortet hat: Geburt ist ein Thema für die Naturwissen-schaft, nicht aber für die Geisteswissenschaften.

2 Siehe den Beitrag von Ludwig Janus im vorliegenden Katalog.3 Beide Teile verdanken sich langjährigen Recherchen und Über-legungen im Zusammenhang mit meiner im Entstehen begriffenenHabilitationsschrift Die Geburt. Eine philosophische Natologie,wobei der erste Teil gewissermaßen einen Vorgriff auf den Sukkusder systematischen Reflexionen darstellt, zweiterer hingegeneinen Auszug aus dem philosophiegeschichtlichen Aufrisspräsentiert. Auf den entsprechenden wissenschaftlichen Apparat( bibliographische Nachweise, Literatur etc.) wird hier zugunstender Lesbarkeit des Textes und in Anrechnung des Genus der Publi-kation als Ausstellungskatalog weitgehend verzichtet.

4 So Jacques Derrida in einem Brief; zitiert im Programmfolder zurTagung Auf Leben und Tod. Philosophische Passagen um JacquesDerrida( Evang. Akademie Tutzing, 20.- 22. März 1998). Vgl. auchmeinen Beitrag zu dieser Tagung: Four Weddings and A Funeral".Über die UnMöglichkeit zu leben, unveröff., sowie- zum Folgen-den Jacques Derrida ,,, Ho il gusto del segreto", in: ders./MaurizioFerraris ,,, Il gusto del segreto", Rom- Bari 1997, 3-108.

5 Darauf haben Julia Kristeva und Jacques Derrida aufmerksamgemacht. Vgl. auch Boelderl, AEffekte. Signifikante Einschreibun-gen in Soma, Nous und Psyche, in: G. C. Tholen/ G. Schmitz/ M.Riepe( Hgg.), Übertragung- Übersetzung- Überlieferung.Episteme und Sprache in der Psychoanalyse Lacans, Bielefeld2001, 305-321, bes. 317 f., sowie ders., Fluß mit Wiederkehr.Zur Frage des Signifikantenanfangs, Vortrag am IWK Wien vom4. 12. 2000( unveröff.).