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2000 - Zeiten, Übergänge : zur Konstruktion der Jahrtausendwende ; Begleitpublikation zur Ausstellung: ..., 3. Dezember 1999 bis 13. Februar 2000
Entstehung
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Treiben der ,, Heiden Glossar ::: zum Glossareintrag  Heiden" entgegenzuarbeiten. Kirchen-lehrer versuchten den Christen in ihren Predigtendie Vergehen der Ungläubigen vor Augen zuführen: 14(...) Heute feiern die Heiden Glossar ::: zum Glossareintrag  Heiden ihre großenFeste", heißt es in einer Neujahrspredigt des Hl.Augustinus, sie begehen sie in lautem Festestru-bel und lockendem Sinnesrausch. Hell ertönt derSchall törichter und schändlicher Lieder. Gastereienwerden gehalten, begleitet von ausgelassenen Tän-zen. All dieses Feiern einer falschen Festesfreudekann euch nicht verführen, so sehr es den Heiden Glossar ::: zum Glossareintrag  Heidengefällt: ihr versammelt euch vielmehr hier: ausallen Völkern berufen.(...) Willst du also deinemErlöser nachfolgen, der dich mit seinem Bluterkauft hat, dann gehöre nicht mehr zu den Heiden Glossar ::: zum Glossareintrag  Heiden,weder in deinen Anschauungen noch in deinenTaten. Jene geben sich heute Geschenke, ihr gebtAlmosen. Jene suchen ihre Zerstreuung in ausgelas-senen Liedern, ihr sucht eure Erholung in den Wor-ten der Heiligen Schrift. Jene eilen zum Theater, ihrkommt zur Kirche. Jene berauschen sich, ihr bleibtnüchtern und fastet.(...) Zu Ehren der Dämonenertönen possenhafte Gesänge, werden törichteSpiele aufgeführt, ergötzt man sich an liederlichenTheaterstücken, tobt man im Zirkus, weidet sich anden Grausamkeiten des Amphitheaters. Man erhitztsich in leidenschaftlicher Anteilnahme für die Dar-steller solcher Schaustücke. Man ergreift Partei fürdiesen oder jenen Schauspieler, für diesen oderjenen Possenreißer, für einen Wagenlenker, einenArenakämpfer. Die so handeln, verbrennen gleich-sam Weihrauch in ihrem Herzen vor den Altären derGötzen." 15

Der 1. Jänner wurde zum Buß- und Fasttag erklärt.Im 15. Jahrhundert versuchte zudem Papst EugenIV. durch das Verlegen des Schenkens und Be-schenktwerdens vom 1. Jänner auf den 25. Dezem-ber- der gleichzeitig in vielen Gegenden auch alsJahresanfang galt den von der Kirche ungerngesehenen heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnischen Sitten" entgegenzuwir-ken.

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Daß das kirchliche Gebot sich jedoch nicht überalldurchsetzen konnte, zeigt die Geschichte:

In Frankreich wurde der Neujahrstag noch im 13.und 14. Jahrhundert als Narrenfest mit parodierten

Messen begangen. 16 Aus vielen europäischen Län-dern ist das Verschenken von sogenannten Rechen-pfennigen, mit denen schon im Altertum kalkuliertwurde, zu verschiedenen Anlässen, unter anderemauch zu Neujahr, belegt. Ludwig XIV. verteilte 1683zum Jahresbeginn an seine Beamten 800 goldeneund 26.000 silberne Rechenpfennige.17 In Wienerhielten Honoratioren, das waren Bürgermeister,Stadtanwälte, Stadtrichter und-schreiber, Ange-hörige des inneren Rates sowie deren Gattinnen zuNeujahr Geschenke in Form von Fischen, Wein undKonfekt und wurden zudem zur Erholung auf einenBadeurlaub eingeladen. 18 Diese Neujahrsgeschen-ke wurden ab dem Jahr 1575 durch einen goldenenRatspfennig ersetzt, was den Ehefrauen der Hono-ratioren gar nicht behagte, war doch der Gattedadurch alleiniger Hüter des wertvollen Geschen-kes geworden. Der goldene Ratspfennig zeigt aufder einen Seite eine allegorische Darstellung aufdie Freundschaft, auf der anderen das WienerStadtwappen und den Doppeladler mit der InschriftMVN( us) R( ei) P( ublicae) VIEN( nensis). Sechs Jahrelang wurde der immer gleiche Typus- je nach Rangdes Empfängers zu drei, sechs oder acht Dukaten-verschenkt. Faktisch gleichzeitig mit der Ablösungdes Ratspfennigs durch die sogenannte Salvator-medaille wurde auch die Schenkfunktion erweitert:Die das Brustbild Christi zeigende Medaille wurdebis in die 20er Jahre unseres Jahrhunderts auch zuanderen speziellen Anlässen beziehungsweiseauch als Ehrenmedaille verschenkt.19

Das Schenkritual zum Jahreswechsel nahm gegenEnde des 18. Jahrhunderts ein derartiges Ausmaßan, daß es für viele zur finanziellen Belastungwurde. Für andere wiederum, für niedere Staatsbe-amte, waren die Neujahrsgeschenke Teil ihressonst eher kärglichen Lohnes. 20

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