und war für jeden( Neu) Anfang verantwortlich: Erwurde als erster in den Gebeten angerufen, beijedem Opfer erhielt er das Voropfer von Wein oderWeihrauch, auch galten ihm die ersten Stunden desTages, die ersten Tage des Monats und der ersteMonat des Jahres. Bei Ausbruch eines Krieges, beiAntritt eines Amtes und eben zu Beginn einesneuen Jahres wurden ihm Opfer dargebracht, wurdeer mit profanen und religiösen Handlungen gefei-ert: Die Haustüren wurden mit Kränzen, Zweigenund Lampen geschmückt; geopfert wurden ihmWein, Weihrauch und Kuchen. Zudem war Janus derGott des örtlichen Einganges, also der Durchgänge,Türen und Tore, galt jedoch nur als Hüter der Stadt-tore, nicht der privaten Haustore.5
Neujahrsgeschenke
Der Austausch von Geschenken zum Jahresbeginnist schon bei den Ägyptern belegt: Inschriften aufVasen und Krügen, die vermutlich als Behälter fürkostbare Salben dienten, lassen diese Geschenkeals Neujahrsgaben deuten.6
In Rom war das Schenken zu Neujahr allgemeinerUsus. Man empfing und verteilte Lorbeerzweige,
1 As
bis 260/250 v. Chr.
Kunsthistorisches Museum Wien, Münzkabinett
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Früchte wie Datteln oder Feigen, Süßigkeiten wieHonigkuchen oder auch besondere Lampen undverband sie mit entsprechenden Glückwünschen.Die Neujahrsgeschenke wurden als„ strenae"bezeichnet, ihren Namen sollen sie von den jungenLorbeerzweigen haben, die man ursprünglich am 1.März als„, sacra numera",„ als Träger und Überträ-ger der Lebenskraft aus dem Hain der SegensgöttinStrenia geholt und geweiht hatte." 7
Besonders beliebt waren Geldgeschenke, die soge-nannten„ stips". Herrscher und Patrizier beschenk-ten sich untereinander, aber auch Untertanen hat-ten ihren Gebietern Geld als Neujahrswunsch zuüberbringen. Gerade für die Reichen hatten dieseGeldgeschenke mehr als nur symbolische Bedeu-tung: Augustus kaufte sich davon Statuen, die er inden römischen Stadtbezirken als Prestigesymboleaufstellen lieẞ; Tiberius erwiderte die Geldge-schenke bis zu einem vierfachen Wert und legte denGeschenktausch verbindlich auf den 1. Jänner fest,da er die Gratulanten nicht den ganzen Jänner überbei sich zu Gast haben wollte.
Literarische Quellen bezeugen das Verschenkenvon alten Münzen zu Neujahr als„ porta- fortuna",also als„ Bringer des Glücks", zuerst aus Bronze,später für ausgewählte Personen aus Gold. Einfrühes Beispiel für ein solches bronzenes Geschenkist der As, eine alte römische Währung.„ As" wardie ursprüngliche Bezeichnung für„ Einer“,„ Ein-heit" und bildete im römischen Maßsystem eineGewichts- und Münzeinheit. Die frühesten Asseswaren über 300 Gramm schwer und zeigten Köpfeder Götter Janus, Saturn, Mars, Merkur oder auchdes Halbgottes Herkules und werden mit 290 bis275 v. Chr. datiert. Im Laufe der Jahrhunderte verlorder As jedoch als Währung und auch als Glücks-symbol an Bedeutung.8
Bezeichnend für die römischen Neujahrsgeschenkeist ihre symbolhafte Bildersprache, die vor allemauf Münzen⁹, Honigkuchen und Neujahrslampenzum Tragen kommt.
Lampen spielten im römischen Leben eine wichtigeRolle: sie brannten auch untertags zu Festen undSpielen, vor Götterbildern, wurden bei Prozessio-nen mitgetragen und den Toten in ihre Gräber mit-gegeben. Ihre Flamme durfte nicht gelöscht wer-