Druckschrift 
Mit dem Gefühl der Hände : zeitgenössische Töpfer in Niederösterreich ; Schloß Gobelsburg bei Langenlois im Kamptal, 24. Mai bis 19. Oktober 1997 ; Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien, 26. Oktober 1997 bis 23. Februar 1998
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

114

ZUR TECHNOLOGIE DER KERAMIK

KERAMIK

Dieser Überbegriff umfaßt die aus tonhaltigen Massen geformten und gebranntenErzeugnisse wie Irdenware, Steingut, Steinzeug und Porzellan.

UNDICHTE BZW PORÖSE KERAMIK

IRDENWARE

Grundstoffe der Keramik sind Tone, die bei der Verwitterung von Gesteinen entstandensind. Die Verlagerung der Tone in der Eiszeit hat verschiedenste Stoffe beigemengt unddadurch Tone sehr unterschiedlicher Zusammensetzung und Eigenschaften hervorge-bracht. Auch in Österreich mußte kein Töpfer sehr weit gehen, um geeigneten Ton für seineTöpferware zu finden. Irdenware besteht demnach aus der Verarbeitung lokaler Tonsortenin handwerklicher Fertigung mit relativ wenig maschineller Aufarbeitung. Liegt die Poro-sität des Scherbens bei mehr als 5%, so wird er zur Irdenware gezählt. Die Brenntempera-turen reichen selten über 1100 Grad Celsius. Die irdenen Rohlinge werden letztlich mit Hilfeeiner Glasur oder Engobe wasserdicht überdeckt.

Irdenware kann im Scherben von nahezu weiß über gelblich bis rötlich und auch schwarzgefärbt sein. Das hängt von der Zusammensetzung des Tons vor allem der Eisen- undCalciumanteile und der Brennatmosphäre( oxidierend oder reduzierend) zusammen.

Schwarzware

Unter dieser Bezeichnung kann man einerseits Irdenware verstehen, deren Oberflächedurch Reduktion des Sauerstoffs im Brennofen geschwärzt wurde. Andererseits bezeichnetman auch die von den Schwarzhafnern" ehemals aus einem mit Graphit vermischten Tonhergestellte Ware als Schwarzware. Der mit Graphit vermischte Ton ergibt nach dem Brandeine feuer- und säurefeste Ware von durch und durch grauer bis schwarzer Scherbenfarbe,die- als Beleg für die Echtheit- seit dem Mittelalter mit dem Stempel des Töpfers verse-hen wurde.

Stoober Tone

Knapp die Hälfte der niederösterreichischen Töpfer verarbeiten einen lokalen Ton und daes im Moment nur eine einzige Tonregion in Österreich gibt, wo der Ton für Töpferwareabgebaut wird, ist es burgenländischer Ton aus Stoob. Dort stehen zwei Varianten in fertigaufbereiteter Form zum Verkauf: Eine roter", also stark eisenhältiger Ton, und ein( nachUnterscheidung der Töpfer) blauer" Ton. Aufgrund der brenntechnischen Eigenschaft, beieine Temperatur von 1075 bis 1100 Grad Celsius wie ein Steinzeugton zu sintern, also was-serundurchlässig zu werden, bezeichnen die Stoober ihre Abbauware auch als niedersin-ternde Steinzeugtone.