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Walter Wondrak
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Eine Hauptströmung der Keramik des20.Jahrhunderts zeigt sich in der Anwen-dung bestimmter Stilmittel. Hierbei wirdbesonders ein traditioneller und histori-scher Bezug gesucht, ein Bezug auf Epo-chen der Kunst- und Keramikgeschichteeuropäischer und außereuropäischerProvenienz. Es ist die Richtung der„, Volks-kunst", also von Stilmitteln einer histori-schen Kunst, die ursprünglich in denmitteleuropäischen Gebieten existierte.Bewußt versucht Walter Wondrak, tradi-tionelle Formen als Vorlage für seine Warezu verwenden. Er ist Mitglied des Vereins,, Linum", zu dem sich im Jahre 1986 ver-schiedene Handwerker und Künstler ausdem Waldviertel zusammengeschlossenhaben. Sie wollen ,, Handwerkskunst"erzeugen dabei steht das Wort ,, Hand-werk" in der Rangordnung bewußt vor,, Kunst". Auf ihren Ausstellungen bietendie Mitglieder von„ Linum" Einblick in einegroße Palette selbst gefertigter Waren vonbemalten und bedruckten Textilien, Hand-werkskunst aus Holz, Leder, Glas überSteinmetzarbeiten bis zur Töpferware.Walter Wondrak wurde in Wien im Jahre1953 geboren. Zur Keramik kam er erst aufdem zweiten Bildungsweg. Seine ursprüng-liche Ausbildung als Elektroingenieurkommt ihm in Form von Wissen um dieElektrik der Brennöfen und sicher auch inder Verwertung gewisser kaufmännischerErfahrungen auch als Töpfer gelegen. Ineinem Kurs an der künstlerischen Volks-hochschule in Wien kam er erstmals mitKeramik in Berührung und das Töpfern ge-fiel ihm auf Anhieb besser als sein erlernterBeruf. Im Jahre 1981 begann er im Alter von28 Jahren die Lehre in der Töpferfirma Rot-
ter, damals noch in Krems- Stein situiert.Im Jahre 1990 zog er mit seiner Frau in dasneu erbaute Haus samt Werkstatt im nörd-lichen Waldviertel.
Vertraut mit dem donauländischen Formen-spektrum der Firma Rotter, führt er eineähnliche Vielfalt an Formen und Glasuren inseinem eigenen Repertoir weiter. Aus starkschamottiertem roten Stoober Ton dreht ereine ,, Reifschüssel". Darunter verstehen dieTöpfer tiefe Teller mit breiter Fahne undeinem hochgezogenen, senkrecht stehen-den Rand. Dieser wurde entweder dickwan-diger gedreht oder durch einen umgeschla-genen und angedrückten Kragenrand ver-stärkt. Seine Reifschüssel versieht WalterWondrak mit einem gemalten Engobe-streifen, in den er auf der langsam laufen-den Drehscheibe in KammzugtechnikVariationen des Wellenbanddekors einritzt.Diese archaische Dekorform bedeckt einHauch von Transparentglasur.Seine Ware dreht er streng nach dem Prin-zip der alten Hafnertradition in einem Zugaus dem nassen Ton- ein Abdrehen derlederharten Oberfläche hätte für ihn nurunter künstlerisch- kreativen Aspekten eineSinn, eben, um dem Objekt einen anderenAusdruck zu geben. Er meint:„ Handwerks-kunst ist, mit wenig Mitteln und Aufwanddas Ziel zu erreichen. Es ist widersinnig,noch Zeit zu investieren, wenn ich dasStück in einem auf der Scheibe machenkann. Nur einen Handgriff für einen Ar-beitsgang. Dann ist es aus einem Guß undbringt auch den Ausdruck- alles weitereverformt."
In seinem Formengut finden wir Gärtöpfefür Sauerkraut und ausladende Übertöpfemit markanten Griffschalen, Schmalz- und