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Mit dem Gefühl der Hände : zeitgenössische Töpfer in Niederösterreich ; Schloß Gobelsburg bei Langenlois im Kamptal, 24. Mai bis 19. Oktober 1997 ; Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien, 26. Oktober 1997 bis 23. Februar 1998
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Jutta Szabo

Jutta Szabo

3593 Neupölla Kleinraabs 2 Tel. 02988/6577

Eingebettet zwischen sanfte Hügel desWaldviertels, gleicht Kleinraabs einem dervielen kleinen Orte, deren Kirchturmspitzedie Hausdächer leicht überragt und demReisenden signalisiert, daß sich hier einealte Siedlung in die Senke schmiegt. AmRande des Truppenübungsplatzes Allent-steig gelegen, verlor mancher Bauer imDorf Grund und Boden und verließ dieHeimat. Jutta Szabo und ihr Mann, derungarische Künstler Janos Szabo kauftenein leerstehendes Haus und fanden her-aus, daß es gut dreihundert Jahre alt warund vermutlich im letzten Jahrhundert alsGasthaus in Verwendung stand. Seit 1991leben sie in Kleinraabs und bekommennoch manchmal Besuch von Angehörigender ehemaligen Besitzerfamilie, die es sehrschätzen, daß das Haus wieder bewohntwird und sein Charakter bei der sanftenRenovierung erhalten wurde.Jutta Szabo hat ihre Werkstatt in der ehe-maligen Küche eingerichtet, die sich hof-seitig neben dem heutigen Wohnzimmerbefindet. Letzteres, die ehemalige Gaststu-be, ist straßenseitig gelegen, und besitztnoch ein schräg im Hauseck sitzenden klei-nes Fenster, durch das man einen Blick aufdie Kirche, das Zentrum des Ortes werfenkonnte. Die Küche ist über einen schmalenHausflur, auf dem die Töpferin ihre Wareausgestellt hat, mit dem übrigen Wohntraktund dem großen Innenhof verbunden. Amgangseitigen Fenster der großen Küche

sitzt Jutta Szabo an ihrer elektrischen Töp-ferscheibe. Im selben Raum sind der Ar-beitstisch zum Glasieren und Ritzen sowieder Elektroofen aufgebaut, welcher beimBrennen gleichzeitig den Raum beheizt.Janos Szabo, ausgebildeter Elektroinge-

nieur aus Ungarn, ist ein internationalanerkannter Künstler, der sich neben sei-nen Musikkompositionen und dem Foto-grafieren vor allem mit Keramik beschäftigt.Er schuf die psychologische Kunstrichtung,, mind art" und nähert sich der Keramikvon der mechanischen Seite über die Ver-wendung eines Extruders", einer Pressefür diverse Tonstrangformen. Bei der Her-stellung eines Objektes soll für ihn die freieBewegung des Materials nicht beeinflußtwerden.

Jutta Szabo wurde 1960 in Villach geboren.Nach dem Gymnasium ging sie nach Wien,um an der Universität für Bodenkultur zustudieren, doch als sie bei einem Besuch inGriffen zufällig in die Keramikwerkstätteder Firma Kukowetz kam, beschloß sie,Töpferin zu werden. ,, Die Keramik hat inKärnten einen ganz geringen Stellenwert.Mein Vater ist von einem Bauernhof ge-kommen und was dort wertvoll war, waraus Holz- die bemalten Truhen, Kästen,dann das Leinen, das Bettzeug, aber nichtdie Keramik", meint Jutta Szabo zur Tradi-tion der Kärntner Keramik, unter der manvorrangig die Schwarzware versteht, mitwelcher sie jedoch nie zuvor in Berührunggekommen war.

In Griffen wird ,, Terra nigra" hergestellt,das ist eine reduzierend gebrannt spezielleTonmischung, deren Oberfläche poliertwird- alles nach einem patentierten Her-stellungsverfahren. Die Töpferin lerntedort das Gravieren von Dekoren in denungebrannten Scherben. Heute eher anjapanischen Vorbildern orientiert, ritzt siemit einem Messer, das man für den Linol-schnitt benutzt, kalligraphische Zeichenoder Motive aus Flora und Fauna in den