Nora Loschan 2551 Enzesfeld Wiesengasse 8 Tel. 02256/82155
Nora Loschan
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Nora Loschan wurde im Jahre 1949 in Eng-land geboren, wo sie ihren Mann, einenÖsterreicher, kennenlernte. Im Jahre 1972übersiedelten sie nach Wien. Die englischeTöpfertradition hat ihre Formen starkgeprägt, kein Wunder, hat sie doch ihrekeramische Ausbildung in einer Abend-schule in Glasgow gemacht und in Kursenbei berühmten englischen Lehrmeisternverfeinert. Hervorzuheben sind Frank undJanet Hamer, die in Wales leben und durchihr, in mehrfachen Auflagen und Überset-zungen erschienenes ,, Lexikon der Keramikund Töpferei" internationale Anerkennungerlangten. In der kleinen Privatsammlung,die Nora Loschan wie viele Töpferkollegenim Wohnbereich zusammengestellt hat,finden sich vor allem englische Teekannen.Die Steinzeuggefäße mit beschnittenerWandung und dem unerläßlichen Bambus-bügel in sanften grünlichen Seladonglasu-ren können ihre fernöstliche Beeinflussungnicht verleugnen. Betrachten wir NoraLoschans Teekannen, so fällt uns einekugelförmige Form mit langem getöpfertemAusguẞrohr auf. Dieses ist auf der zumSieb durchlöcherten Wandung montiertund stellt die fließende Bewegung desTees verstärkt dar. Der weit nach außengerundete, einfach gekehlte Bandhenkelwird erst knapp über dem Standboden amGefäß verstrichen mit dem Ziel, daß derBenützer nur eine ganz leichte Kippbewe-gung vollführen muß, um den Tee in dieTasse füllen zu können. Die Töpferin dreht
in der Bodenplatte einen weiten Standringaus und in den glatten Rand steckt sieeinen hohlen Stülpdeckel. Je nachdem, obder Deckel von unten nach oben oder vonoben nach unten getöpfert wird, entsteht
ein Deckel mit oder ohne Handhabe.Bei ihren Besuchen in England kauft NoraLoschan diverse Keramikfachzeitschriftenund läßt sich für die nächste Schaffens-periode inspirieren. Derzeit gefallen ihr dieLüsterglasuren besonders gut, das sindmetallische Oberflächen mit durchschei-nend irisierender Wirkung, die sie mit eng-lischen Glasurproben ausprobieren will.Zudem möchte sie die Farbigkeit ihrer Waresteigern. Animiert von den Anregungenihrer Kunden und von den Töpferkollegen,die sie auf den Weihnachts- und Hand-werksmärkten trifft, plant sie vor allemgelbe Farbtöne. Sie findet, daß die Begei-sterung für Keramik in den vergangenenJahren ,, vielleicht eine Bewegung, zurückzur Erde mit den Reform- und Naturlädenwar, und jetzt interessieren die Leute sichmehr für Esoterik. Es ist im Moment allesso ernst. Ich denke, vielleicht wäre esangebracht, jetzt fröhliche Sachen zu brin-gen." In ihrem Repertoire an Zierkeramikfinden wir Tiere wie Katzen, von denen siedrei auf ihrem Grund beherbergt und diesie geheimnisvoll und elegant findet. Aufder Töpferscheibe dreht sie auch Eulen undIgel und verziert sie mit spezifischen Appli-kationen.
Nora Loschan ist Autodidakt und kamdurch ihre Verbindung zur Wiener Kunsts-zene zur Keramik. Für sie war die Aktiondes Wiener Bürgermeisters Helmut Zilk,,, Kunst am Hof", das Sprungbrett in dieKeramik. Sie beschäftigte sich immer stär-ker mit Keramik und suchte schließlich eineigenes Haus mit viel Platz für eine Werk-statt. Unweit von Wien bezog sie am Randeder Ortschaft Enzesfeld im Jahre 1984 einaltes Fuhrwerkerhaus. Heute ist es für Nora