Karl Heinz Kummer 3644 Emmersdorf Nr.20 Tel: 02752/71728
Karl Heinz Kummer
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Die einzige Teilnehmerin unter den Ausstel-lern, die im Jahre 1954 in einer Zusammen-schau von Robert Josef Mayerhofer Einblickin die heimische Keramikproduktion gaben,war Hedwig Teufl- Kummer. Sie war nichtnur die einzige Frau, sondern wurde-neben Hafnermeistern, Industrie- und Ton-warenfabrikanten- als einzige Teilnehme-rin als„ Töpfer" bezeichnet. Unter demTitel:„ Niederösterreichische Keramik derGegenwart" zeigte die mineralogischeAbteilung des niederösterreichischen Lan-desmuseums in der Wiener Herrengasse„ die Bedeutung eines niederösterreichi-schen Rohstoffes im Rahmen seinerErzeugnisse." Der Hauptzweck war, die,, Geschmacksbildung der breiten Massen inden Vordergrund zu stellen". Zudem woll-ten die Ausstellungsgestalter die Besuchervertraut machen mit den keramischen Roh-stoffen, ihren Eigenschaften und den viel-fältigen Verwendungsmöglichkeiten, undeinen Querschnitt geben über das damals,, gegenwärtige Schaffen der gewerblichund industriell betriebenen Keramik imLande".
Ausgewählt wurde Hedwig Kummer- Teuflals Beispiel für die Sparte der handgetöp-ferten, rotbrennenden Irdenware mit Moti-ven des donauländischen Dekors. Im Textwird nicht auf die einzelnen Aussteller ein-gegangen, sodaß nur eine einzige Fotogra-fie mit folgenden Zeilen tradiert ist, dieüber die Produkte der Töpferin aus derWerkstatt Kummer in Emmersdorf an derDonau Aussagen trifft:„ Töpferware in hei-matlicher Tracht( Rotbrennender Ton mittransparenter weißer Glasur)." Dazu abge-bildet sind ein Teller und ein Doppelhenkel-topf. Starke, mit einem Modellierholz ein-
gedrückte Drehrillen ziehen sich über dieAußenseiten der beiden Objekte. Der Randsowie der Grat zum Spiegel des Tellers sinddurch Druckmulden gewellt. Der Topf istkugelig gebaucht und erinnert mit seinemhohen Rand und den randständigen, aufder Schulter aufgesetzten Ohrenhenkeln anurgeschichtliche Vorbilder.
Kommt man heute nach Emmersdorf an derDonau, so findet man in einem alten Hand-werkerhaus, direkt an der Donau gelegen,die Werkstatt der Familie Kummer. Dortwird seit mehreren Jahrzehnten getöpfertund es werden- in traditioneller Symbiose- Kachelöfen hergestellt und verkauft. Hed-wig Kummer- Teufl war Töpferin im Betriebihres Vaters Karl Kummer und heute nochwerden Stücke aus ihrer Hand im HauseKummer aufbewahrt. Ihr Bruder, der Vaterder heutigen Besitzer, arbeitete als Ofen-setzer und Fliesenleger im selben Betriebund ließ auch seine Söhne in dieser Rich-tung ausbilden.
Mit 14 Jahren besuchte Karl Heinz Kummer,geboren 1965 in St.Pölten, die Landesfach-schule für Keramik und Ofenbau in Stoobim Burgenland. Nach dem Tod des Groẞva-ters trat er, der Neffe von Hedwig Teufl-Kummer, in den gewerblichen Betrieb inEmmersdorf ein. Nach jahrelanger Tätigkeitals Töpfer muß Karl Heinz Kummer dieErzeugung von Töpferware immer mehrzugunsten des Verkaufs von Kachelöfeneinschränken. Im Oberstock des alten Hau-ses lebt die Familie, im Erdgeschoß sinddie Verkaufsräume untergebracht. Diedahinter liegende ehemalige Werkstatt fürdie Tonerzeugung ist heute Schauraum fürdie technische Konstruktion von Kachel-öfen. Eine modern ausgestattete Werkstatt