Josef Ertl
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Josef Ertl
2801 Katzelsdorf bei Wiener Neustadt Lazarettgasse 3 Tel. 02622/78912
Josef Ertl ist Absolvent der Stoober Kera-mikfachschule und hat nach einigen Jahrenim Angestelltenverhältnis der Burgenländi-schen Keramikfirma Tumberger einenselbständigen Meisterbetrieb eröffnet. ImJahre 1961 in Scheffern in der Steiermarkgeboren, gründete er in Wien eine Familieund wählte von dort aus den Standort fürseine Töpferwerkstatt. Zuerst dachte erdaran, in Stoob eine solche aufzumachen,doch ,, dort gilt die Keramik nichts, da hatjeder schon genug Keramiken im Hausstehen" meint Josef Ertl. Noch vor hundertJahren befand sich in jedem Haus eineTöpferei, vor dem Ersten Weltkrieg zählteman noch 34 Meister und im Jahre 1978betrieben in Stoob noch vier Töpfermeister,zu einer Innung zusammengeschlossen,ihr traditionelles Handwerk.Schließlich kam Josef Ertl über Vermittlungeines Bekannten nach Katzelsdorf, wo ineinem Neubautrakt zwei optimale Räumefür einen geräumigen Verkaufsraum mitangeschlossener großer Werkstatt freistanden. Als Gewerbetreibender war fürdie Wahl des Standorts sowohl die Nähezur Stadt Wiener Neustadt von Bedeutungals auch die konkurrenzlose Umgebung.Die Lokalität liegt verkehrsgünstig und hateinen eigenen Parkplatz.
Seit 1992 betreibt Josef Ertl die gewerbs-mäßige Keramikherstellung in Katzelsdorf.Er pendelt also täglich von Wien aus, umdie Werkstatt um 8 Uhr morgens aufzu-sperren und schließt um 18 Uhr, um wiederüber 70 km nach Wien zurückzufahren.Da er in einem Elektroofen brennt, kanner diesen vor seiner Heimfahrt einräumenund morgens ist der Brand fertig. Der Ofenkühlt dann tagsüber aus und hat nachmit-
tags die geeignete Temperatur zum Aus-räumen bzw. Wiedereinsetzen. Der Elektro-ofen macht den Töpfer ungebunden vonZeit und Ort, seine Anwesenheit ist erfah-rungsgemäß während des Brandes nichtnötig.
Im Verkaufsraum bekommt man ein Bildvon der Vielfalt des Angebots an Ge-brauchskeramik, die Josef Ertl erzeugt.Auf unzähligen Regalen sieht der Kundebauchige Kannen, dazu schmale Becher,Flaschen, Kerzenleuchter, Vasen, Serviet-tenständer, Aschenbecher u.a.m. Unterden Regalen findet man große gedrehteSchüsseln, handgeformte Servierplattenund in die Form gegossene Brotdosen.Sonderformen von Josef Ertl sind kerami-sche Flaschenverschlüsse, in Gipsformengegossene Schnecken und Vögel( die Gieß-masse dafür erzeugt er aus den Tonresten,die beim Drehen abfallen) und jahreszeit-licher Tischdekor in Form von kleinen Her-zen und Sternen. Diese stellt Josef Ertlaus weiß brennendem Ton, importiert ausDeutschland, her, denn darauf kommendie bunten Glasuren besser zur Geltungals auf dem Stoober Ton, den er für seineGefäßkeramik verwendet. Die Kunden fin-den einen geschmackvoll eingerichtetenVerkaufsraum vor, der durch die Fülle derFormenvielfalt an Töpferware zum Stöbernanimiert.
Manche Kunden kommen, um Josef Ertl dievon ihnen selbst geformten Keramiken zumBrennen zu bringen. Ob von Einzelperso-nen oder Sammelaufträge von Kindergar-tengruppen oder Schulklassen, die Stückewerden vor dem Brand auf einer Waage inder Werkstatt abgewogen und danach derPreis für den„ Lohnbrand" festgesetzt.