Stefan Emmelmann/ Reinhild Frech- Emmelmann
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Stefan Emmelmann und Reinhild Frech3572 St. Leonhard am
Emmelmann
Hornerwald 69 Tel. 02987/2347
Fährt man vom klimatisch milden Kamptalsteil hinauf in den Hornerwald, so gelangtman in den rauheren Teil des Waldviertels,wo die Ortschaft St.Leonhard liegt. DasBauernhaus, das sich das Ehepaar Emmel-mann bei seinem Umzug aus Deutschlandim Jahre 1979 gekauft hat, liegt in Dorfnäheund von jedem Außenfenster des Dreikant-hofes kann man die hügelige Landschaftüberblicken. Reinhild Frech- Emmelmann,geboren 1952 in Rheinfelden, kann auf einegleichwertig profunde Ausbildung als Kera-mikerin zurückblicken wie ihr Mann. IhrSchaffen liegt heute im Bereich der Figural-keramik. Bekannt wurde sie mit zoomor-phen Dachreitern, gedacht als Zierkeramikfür Außen- und Innenräume. Die Körpervon Enten, Hennen sowie Schafen und Zie-gen werden auf der Drehscheibe gedrehtund in einem weiteren Arbeitsgang model-liert. Nach der Geburt der beiden Kinderimmer stärker an Haus und Hof gebunden,betreibt Reinhild Emmelmann auf der zumBauernhaus gehörenden Landwirtschaft( 3 1/2 ha Grund) mit großem Erfolg denbiologischen Anbau von Saatgut.Der abgelegene niederösterreichische Drei-kanthof mit kleinem Innenhof, wo der Hahnseine Hennen zusammenhält und jungeKätzchen spielen, mit der Mauer, in der Torund Türl den Eingang bilden, bietet Platzfür alle Tätigkeiten der Emmelmanns. DasDach des Wohntraktes wurde für dieSchlafräume der Familie ausgebaut, imgegenüberliegenden Stalltrakt sind einSchauraum und die große Keramikwerk-statt untergebracht und unter dem Scheu-nendach steht der Brennofen.
Die Kenntnis der ostasiatischen Keramikfer-tigung fand seit den zwanziger Jahren
unseres Jahrhunderts auch in Europabegeisterte Anhänger. Geboren in Münchenim Jahre 1954, erlernte Stefan Emmelmanndiese Technik bei einem Studienaufenthaltin England und wendet sie als einer derwenigen Keramiker in Mitteleuropa inGemeinschaftsarbeit mit Reinhild Emmel-mann an. Sie verwenden weder fertigeTone noch Fertigglasuren,„ denn dannhaben wir praktisch ein normiertes fertigesProdukt. Auch wenn wir die tollstenFormen machen und dann eine Fertigglasurverwenden, die ist so und nie anders",erklärt der Keramiker. Auf die Fertigung vonUnikaten bedacht, werden die Rohstoffe,eben Steinzeugtone und Feldspatglasuren,selbst aufbereitet. Die Ware von StefanEmmelmann trifft in Scherben und Glasurden wahren Charakter von Steinzeug, dasja an geschmolzenen Stein erinnern soll.,, So wie Sie vielleicht einen Kieselsteingerne in die Hand nehmen und drehen undwenden, das ist auch etwas Lebendiges ingewisser Weise, was Sie dabei empfinden.Sie fassen es gerne an. Dann die Vielfaltder Farben, Sie drehen einen Stein auf ver-schiedene Seiten, überall gibts was ande-res zu sehen. Und das stell ich mir auch beider Keramik vor, daß sie so eine gewisseLebendigkeit ausstrahlt, daß man sie gernein die Hand nimmt und anfaẞt." So erklärtStefan Emmelmann seine größte Wert-schätzung für eine Keramik, die neben derOptik vorrangig die Haptik befriedigen soll.In der Scheune ihres Bauernhauses kon-struierten die beiden Keramikermeistereinen Stufenofen nach altem japanischemVorbild, den sie mit Abfallholz von Fichtenund Kiefern beheizen. Mühsam ist dieWartung des Holzbrandofens mit einem