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Mit dem Gefühl der Hände : zeitgenössische Töpfer in Niederösterreich ; Schloß Gobelsburg bei Langenlois im Kamptal, 24. Mai bis 19. Oktober 1997 ; Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien, 26. Oktober 1997 bis 23. Februar 1998
Entstehung
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Stellung der zeitgenössischen Töpfer in Niederösterreich

Die zeitgenössischen Töpfer und Töpferinnen versuchen, mit handwerkli-chen Mitteln keramische Gegenstände so zu gestalten, daß sie als Teil eineranspruchsvollen Wohnkultur gelten. Die Statistik der 23 niederösterreichischenGebrauchskeramiker in unserer Ausstellung zeigt ein repräsentatives Bild. Mit 12weiblichen gegenüber elf männlichen Töpfern halten sich die Geschlechter ziem-lich die Waage. Für Frauen läßt sich gerade dieser Beruf ideal zu Hause ausführenund zeitlich und räumlich mit der Arbeit im Haushalt und dem Leben mit Kindernin Einklang bringen. Interessant ist die räumliche Verteilung der Werkstätten- dieja in den meisten Fällen dem Wohnhaus angeschlossen sind- in den Vierteln inNiederösterreich. Die wenigsten Töpfer arbeiten im Viertel unter dem Manharts-berg( 2 Adressen im NO), einige mehr im Viertel unter dem Wienerwald( 4, SO)und im Viertel ober dem Wienerwald( 5, SW). Die größte Anzahl von Töpfern lebtim Viertel ober dem Manhartsberg( 12, NW).

Männlich

Weiblich

SO

SW

NO

NO

NM

Geschlecht der Töpfer/ innen, Lage des Wohnorts

°

Anzahl

2

4

8

10

12

Statistik: C. Peschel- Wacha

Gerade im Waldviertel hat sich in den letzten Jahrzehnten eine moderne Töp-ferkultur entwickelt. Zurückgezogen in entlegene ländliche Regionen wird heutedas Vorbild teils im traditionellen Formengut und teils in fremdländischen Pro-duktionsweisen gesucht. Die Töpferscheibe- eine der ältesten technischen Erfin-dungen der Menschheit- verbindet die Töpfer in Niederösterreich. Etwa die Hälf-te der Töpfer arbeitet an elektrischen Handdrehscheiben, die andere Hälfte ziehtdie elektrische Spindelscheibe, eine Drehscheibe, die per Schwungrad im Fußbe-trieb läuft, vor. Nur ein einziger bevorzugt die mechanische Spindelscheibe fürseinen händischen Formprozeß, so, wie es heute noch im Lebendigen Museum inKautzen im Waldviertel vorgeführt wird.