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Mit dem Gefühl der Hände : zeitgenössische Töpfer in Niederösterreich ; Schloß Gobelsburg bei Langenlois im Kamptal, 24. Mai bis 19. Oktober 1997 ; Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien, 26. Oktober 1997 bis 23. Februar 1998
Entstehung
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Hafner- Töpfer

Im deutschsprachigen Raum gab es über die Jahrhunderte hinweg viele ver-schiedene Bezeichnungen für den Handwerker, der keramische Gefäße herstellt.Im süddeutschen Sprachgebrauch nahmen die Hafner" den weitesten Raum ein.Hafner/ Häfner/ Hefner oder Hofner leiten sich von einer Gefäßform ab, dem Haven( heute noch mundartlich für das/ der Häfen gebraucht). Ingolf Bauer übernahmdiese terminologische Berufsbezeichnung obwohl er bekennt: Nachdem diehandwerkliche Herstellung von irdenem Geschirr im Lauf des 19. und 20.Jahrhun-derts von der industriellen Produktion abgelöst wurde, blieb allein das Ofensetzenim Bewußtsein späterer Generationen erhalten, so daß heute nicht selten beiBefragen von Stadtbewohnern( München) unter Hafner nur mehr der Ofensetzerverstanden wird."( Bauer, S.12)

In Norddeutschland spricht man traditionell vom Töpfer in Abgrenzung zumOfensetzer, in Süddeutschland stand der Ausdruck Hafner bis in das 19.Jahrhun-dert in zunftmäßiger personeller Einheit von Geschirr- und Kachelofenherstellerin Verwendung.

Der Abstieg des Töpferhandwerks im 19. Jahrhundert

Im Trend der hellen, eisenfreien Tone stellten viele Hafnerwerkstätten im Ver-lauf des 17. Jahrhunderts ihre Produktion auf Fayencen um. Bekannt sind die nie-derösterreichischen Krügelmacher, die durch Bemalung und Inschriften im Ver-gleich zur unpersönlichen Hafnerkeramik individuelle Ware vor allem für die Wein-kultur anboten.( vgl. Kohlprath) Diese Tradition wird heute noch von einigen Gewer-bebetrieben weitergeführt. Nach der Bedeckung des roten Scherbens mit weißenFertigglasuren wird eine sparsame Bemalung mit kobaltblauen Rändern und mitWorten, die dem Gefäß eine spezielle Funktion zuweisen, oder auch im buntenStreublumendekor aufgebracht.

Im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts wurden in Wien und Niederöster-reich bereits einige Steingutfabriken eröffnet. Dazu kamen in der ersten Hälfedes 19. Jahrhunderts noch weitere im Donautal und entlang der Südbahnstrecke.( Otruba, S.93) Durch Industrie- und Gewerbeproduktenausstellungen und in wei-terer Folge durch die Weltausstellungen wurde die fabriksmäßige Produktion vonSteingut und Porzellan gefördert. Zum weiteren Abstieg des Töpferhandwerks tru-gen die billigen Importe von qualitativ höherstehender Irdenware bzw. Steinzeugaus der Lausitz und Schlesien( Bunzlauer Braungeschirr) bei. Zur Abwehrmaẞnah-me begannen die Zünfte auf den Staat Druck auszuüben, um die Importe durchSchutzzölle zu behindern. Beispielhaft ist hier der Topfkrieg zu nennen, der inden achtziger Jahren zwischen Österreich und Deutschland entbrannte.

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