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Fastentuch und Kultfiguren : Sonderausstellung des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien ... ; 22. März bis 12. Mai 1996
Entstehung
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1996, Heft 1 Das Fastentuch von 1640. I. Bedeutung und Restaurierung

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mancherorts auch der Seitenaltäre. Für Hochaltäre stellen diese An-dachtsbildtypen entweder die Pietà mit oder ohne Engel und Rosen-kranz( z.B. Mondsee,, 1674) oder die Kreuzigung Christi mitAssistenzfiguren( z.B. Lilienfeld,, 1636, Garsten,, 1697) undmanchmal mit seitlichen Randszenen des Passionsgeschehens dar( z.B. Pisweg, Kärnten, 1793). Bei auch auf Seitenaltäre ausgedehn-tem Programm kommen je nach Auswahl weitere Passionszenen dazu( z.B. Spitz,, Geißelung und Dornenkrönung).

Charakteristisch für die Askese dieser Bildform im Barock istweniger die glanzlose Maltechnik, sondern vor allem der Verzicht aufalles Beiwerk und illusionistischen Bildraum. Die Gestalten werdenzwar modellierend gemalt, stehen jedoch silhouettenhaft isoliert voreinfärbigen Hintergrundflächen in Dunkelblaufärbung( z.B. Garsten1697), mattschwarzer Bemalung( z.B. Mondsee 1674) oder seltenerWeiß bzw. Leinenfarben( St. Stephan am Krappfeld, Kärnten, 1612).Mehrfigurenszenen sind die Ausnahme( z.B. Beweinung Christi nachder Abnahme vom Kreuz als Nachtszene in der Stiftskirche vonInnsbruck Wilten 1623).

Das wohl umfangreichste und besterhaltene Beispiel für den litur-gisch bestimmten Bilderwandel mit Altar- und Wandbehängen unddrei verschiedenen Bildprogrammen kann man in der ehemaligenBenediktinerstiftskirche zu Garsten,, noch in voller Funktionerleben. Der fast vollständig erhaltene Zyklus stammt jedoch aus zweiverschiedenen Perioden, nämlich aus Hochbarock( von JohannReslfeld um 1700) und Spätbarock( von Martin Johann Schmidt1777). Daran wird auch die schöpferische Kontinuität der barockenKirchenkunst deutlich, denn das Hochaltartuch Reslfelds von 1697hat der Kremser Schmidt noch 80 Jahre später durch sechs weitereTücher für die Seitenaltäre ergänzt. Dazu kommen noch die zehnWandpfeilerbehänge über den gemalten Tapisserien mit der Mak-kabäergeschichte seines Vorhängers. Diese hat Kremser Schmidt inindigoblauer Grisaillemalerei wie die Altartücher ausgeführt, jedochdoppelseitig mit Szenen für die Adventzeit( vom 1. Adventsonntagbis Aschermittwoch) und mit Passionsbildern auf der Gegenseite( vonAschermittwoch bis Ostern).10

10 Koller, M.: Die barocken Wandbehänge der ehemaligen Stiftskirche Garsten inOberösterreich. In: Oberösterreich 3/1985, S. 77- 88. Feuchtmüller, R.: DerMaler Martin Johann Schmidt. Innsbruck 1988, Kat. 566, 567. Sörries( wieAnm. 1) Kat. 29, 34. Koppensteiner, E.: Der Garstener Stifts- Hof- Maler Johann